Der Bau der Einfahrt der neuen Johann-Pachelbel-Schule, von der Rothenburger Straße, wurde am 16. Juli 2015 im Verkehrsausschuss beschlossen. Allerdings war die Baumaßnahme zu diesem Zeitpunkt schon fast fertig. Zum Nachmachen nicht empfohlen. Beim Normalbürger wäre das wahrscheinlich ein Schwarzbau. Die Eile war aber angebracht, denn Mitte September 2015 war Baubeginn der Schule.

Schon vor unserer öffentlichen Informationsveranstaltung zur neuen Real- und Fachoberschule im Oktober 2015 haben wir im Juli 2015 Fragen und Anregungen aus der Bürgerschaft aufgenommen und in einem Brief an den Oberbürgermeister herangetragen.

Seit Versendung der Pläne für die neue Real- und Fachoberschule sind bei uns einige Anrufe eingegangen. Dies betrifft vor allem die Herbst-, Appenzeller- und Züricher Straße. Wir hätten dazu einige Anregungen und gleichzeitig Auskünfte des Verkehrsplanungsamtes:

 Die Herbststraße ist zwar nördlich des Friedhofes Großreuth bei Schweinau gesperrt, dient aber vielen Motorrad- und Rollerfahrern als Abkürzung zwischen Wallenstein- und Rothenburger Straße. Die Befürchtung vieler Anwohner in Großreuth ist hier, dass mit dem Bau der Schule auch KFZ-Fahrer versuchen, möglichst nah an den Haupteingang der Schule zu gelangen. Auch könnte hier eine wilde Parksituation entstehen. Dies ist die zweite große Befürchtung der Anwohner. Viele Fachoberschüler besitzen bereits ein eigenes Auto, sie werden versuchen, nahe der Schule zu parken. Dies würde vermutlich in der Herbststraße, sowie an der Rothenburger, Appenzeller und Züricher Straße geschehen.

 Wir regen hier nochmals an, die beiden Teile des Friedhofes zu verbinden, dies würde bedingen, dass die Herbststraße geschlossen wird und nur noch Fuß- und Radverkehr möglich ist. Der Parkplatz an der Nordseite des Friedhofes würde dann vor allem für Besucher aus Kleinreuth, dem Village etc. zu nutzen sein. An der Südseite sollte ein weiterer Parkplatz entstehen, der für Besucher aus Großreuth und Gebersdorf zu nutzen wäre. Die Parkplätze sollten eine eingeschränkte Nutzungsdauer von einer Stunde (in der Zeit von 07.00 bis 19.00 Uhr) haben, damit sie nicht als Dauerparkplatz für die Schule dienen. Die überwiegende Zahl der Schüler wird in Zukunft mit der U-Bahnlinie 3 und den Bussen an der Rothenburger Straße zur Schule gelangen. Wir würden gerne mit der VerkehrsVerkehrsplanung, der Friedhofsverwaltung und dem Schulamt über diese Befürchtungen reden. Wir planen, im Oktober / November 2015 eine Informationsveranstaltung über dieses Thema „Rund um die Schule?“ im Gemeindesaal der Evang.-Luth Thomaskirche abzuhalten und wären dankbar, wenn die Verwaltung einige Planungen vorweisen könnte.

 

Als erste Antwort auf unseren Brief erhielten wir folgende Einlassungen:

Ihr Schreiben zur Verkehrssituation rund um die neue Johann­Pachelbel-Schule in Großreuth habe ich mit Interesse gelesen.

Die neue Fachoberschule soll zum Beginn des Schuljahres 2017/18 eröffnet werden. Leider wird erst Ende 2019 die U-Bahn­-Strecke nach Großreuth in Betrieb gehen. Die Schulverwaltung steht bereits im Kontakt mit der VAG, um zu klären, wie diese Interimszeit von zwei Jahren mit einem besseren Busangebot im Bereich der neuen Schule überbrückt werden kann.

Es wird nicht zu verhindern sein, dass Schülerinnen und Schüler mit dem privaten Kfz zur Schule kommen werden und im öffentlichen Straßenraum im Umfeld parken. Allerdings dürfte grundsätzlich jede Wohneinheit in der Appenzeller Straße und Züricher Straße über einen privaten Stellplatz verfügen. Abends und an den Wochenenden, wenn die meisten Anwohner zuhause sind, wird es keine nennenswerte Parkplatzkonkurrenz durch die Schule geben.

Nach den Erfahrungen an anderen Fach- und Berufsoberschulen wird es einen besonders großen Bedarf an Abstellmöglichkeiten für Zweiräder geben. An der Johann-Pachelbel-Schule sind deshalb 255 Radständer sowie 153 m² für Krafträder eingeplant. Das Parkplatzangebot für Pkw wird hingegen auf dem Schulgrundstück aufgrund der künftig sehr guten ÖPNV-Erschließung bewusst knapp gehalten und 80 Stellplätze (davon 5 Stellplätze für Schwerbehinderte) umfassen.

Sie haben eine Verbindung beider Teile des Großreuther Friedhofs angeregt, um Kfz-Durchfahrten zu unterbinden. Die Friedhofsverwaltung hält eine Integration der Herbststraße nicht für sinnvoll, da ihr eine wichtige Verbindungsfunktion für den nicht motorisierten Verkehr, z.B. zu den Sport- und Kleingartenflächen nördlich der Rothenburger Straße zukommt. Querungen der Herbststraße, z.B. durch Trauerzüge im Rahmen von Beisetzungen auf dem neuen Teil des Friedhofs, bereiten keine Probleme. Beide Teile des Friedhofs sind gut abgegrenzt. Illegale Durchfahrten mit Krafträdern durch die Herbststraße können nur mit entsprechender Überwachung durch die Polizei eingedämmt werden.

Die Fläche des Großreuther Friedhofs ist außerdem ausreichend für den Bedarf. Weder der Bestattungsbetrieb noch die Friedhofsentwicklungs-planung geben derzeit Anlass, eine Zusammenlegung der beiden Friedhofsteile westlich und östlich der Herbststraße anzustreben.

Der Parkplatz an der Nordseite des alten Friedhofsteils reicht nach Erkenntnissen der Friedhofsverwaltung gut aus, auch diesbezüglich wird aktuell kein Bedarf für eine Erweiterung gesehen. Ihre Anregung, am bestehenden Parkplatz des Friedhofs eine Kurzparkregelung mit Parkscheibe einzuführen, greife ich zu gegebener Zeit gerne auf, da sich vergleichbare Regelungen am Süd- und Westfriedhof bereits bewährt haben.

Mir ist bewusst, dass allen Beteiligten gerade in der zweijährigen Interimszeit zwischen Eröffnung der Schule und Inbetriebnahme der U-Bahn einiges abverlangt wird, da das Parkplatzangebot im Wohngebiet sicher in diesem Zeitraum durch die U­-Bahn-Baumaßnahmen noch eingeschränkt sein wird. Aber ab 2019 werden nicht nur die Schüler und Lehrer, sondern auch die Anwohner von der guten U-Bahnanbindung profitieren.

Für ein gemeinsames Gespräch stehen Ihnen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Fachdienststellen gerne zur Verfügung.

Im Oktober sammeln wir weitere Meinungen und Anregungen aus der Bürgerschaft. Wir werden Sie, liebe Leserinnen und Leser, in der nächsten WestInfo über den Fortgang informieren