Freitag, 17 August 2018

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Burgbernheimer Straße

Nach Darstellung der Paracelsusstraße in unserer letzten Ausgabe der WestInfo, die auf Philippus Theophrastus Aureolus Bombast von Hohenheim - auch als „Paracelsus“ bekannt - zurückgeht, widmen wir uns heute wieder einem Straßennamen, der seinen Ursprung einer Ortschaft zu verdanken hat.

St. Johannis-Kirche in Burgbernheim    

Kirche in Burgbernheim ©Foto: privat

Die Bezeichnung der Burgbernheimer Straße geht auf die gleichnamige Stadt Burgbernheim zurück, die im mittelfränkischen Landkreis Neustadt an der Aisch -Bad Windsheim liegt und zugleich den Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Burgbernheim darstellt. Historisch fand Burgbernheim zum ersten Mal 741/742 nach Christus Erwähnung.

Noch im selben Jahrzehnt wurde dem Würzburger Bischof die Berechtigung zur Erhebung von Steuern im damals noch „Bernheim“ genannten Bezirk erteilt. Um die Jahrtausendwende herum schenkte der Kaiser Otto III. dem Würzburger Bischof Burg und Dorf „Bernheim“ mit dem zugehörigen Wald. Allerdings blieb der damals noch „Bernheim“ genannte Ort nicht lange im Besitz des Würzberger Bistums. Da der Bischof in finanzielle Nöte gelangte, gab er die Dörfer Herboldsheim und Bernheim 1280 als Pfand an den Nürnberger Burggrafen Friedrich III, womit Bernheim unter die Herrschaft der Zollern kam. In diese Zeit fällt auch die Umbe-nennung Bernheims in Burgbernheim, die höchstwahrscheinlich darauf zurückzuführen war, dass eine Unterscheidung von dem Ort Bernheim am Main erforderlich wurde.

Dies war jedoch nicht die letzte Veränderung der Eigentumsverhältnisse. Da die Bayreuther Linie der Hohenzollern Mitte des 18. Jahrhunderts keinen männlichen Nachfolger hatte, ging die Herrschaft zunächst an den Ansbacher Markgrafen über. Ende des 18 Jahrhunderts, nach Abdankung des letzten Marktgrafen, zählte Burgbernheim wiederum zum Fürstentum Bayreuth und damit auch zum Königreich Preußen. Und 1810 wurde Burgbernheim schließlich dem Königreich Bayern einverleibt, nachdem es rund vier Jahre unter der Herrschaft Napoleons gewesen war. Die Erhebung Burgbernheims zur Stadt erfolgte schließlich 1954. Im Jahr 1975 wurde zudem im Zuge der Gebietsreform die Ortschaften Buchheim, Pfaffenhofen und Schwebheim nach Burgbernheim eingemeindet.

 Stadtwappen Burgbernheim   

Burgbernheimer Wappen ©Foto:privat

Burgbernheim wurde in seiner Geschichte oftmals Schauplatz zahlreicher kriegerischer Auseinandersetzungen. Waren es Mitte des 13. Jahrhunderts die Rothenburger, die plündernd und marodierend durch die Ortschaft zogen, so wüteten Ende des 14. Jahrhunderts die Augsburger in Burgbernheim. Ebenso machten die Ulmer davor nicht halt, die Ortschaft zu verwüsten. 1525 beteiligten sich die Burgbernheimer auch am Bauernkrieg; es waren insbesondere die Bauern Gregor und Pfeffer, die sich für die Sache der Landleute engagierten. So zogen Sie mit rund 6.000 Mann in Iphofen und um Würzburg herum in den Kampf, in dem sie jedoch hoffnungslos unterlagen. Bereits kurze Zeit später rächte sich der Bischof auf brutale Art und Weise.

Auch die Zeit der Gegenreformation ging nicht spurlos an Burgbernheim vorüber. Es war aufgrund seiner Lage dazu bestimmt, Durchmarschgebiet für die sich bekriegenden Parteien, die katholische Liga und die protestantische Union zu sein. Zwischen den Fronten zu liegen bedeutete zugleich, dass sich Soldaten des jeweiligen Lagers nahmen, was sie gerade benötigten und nicht selten rein aus Willkür plünderten, raubten und auch aus purer Mordlust Menschen töteten. Daher erfasste auch der Dreißigjährige Krieg die Bernheimer in seiner ganzen Grausamkeit. 1648, im Jahr der Unterzeichnung des „Westfälischen Friedens“, zählte Burgbernheim lediglich rund 50 Bewohner; in ganz Deutschland wurde die Bevölkerung um rund 40% dezimiert, 80% der Ackerfläche waren verwüstet.
 

Rathaus in Burgbernheim   

Burgbernheimer Rathaus ©Foto:privat

Was das religiöse Leben anbelangte, so hielt 1528 die Reformation Einzug in Burgbernheim. Dies führte insgesamt zu einem Aufblühen des bürgerlichen Lebens und auch die Stadt Burgbernheim wurde von Veränderungen erfasst, kulturell wie architektonisch. So entstanden in den Jahren 1545 bis 1616 zahlreiche Bauwerke wie z.B. das Torhaus, die Roßmühle, die Herrenscheune sowie das alte Rathaus. Burgbernheim blieb trotz der Verstickung in die Konflikte mit den Katholiken während der Zeit der Gegenreformation protestantisch.

Betrachtet man schließlich die Zwischenkriegszeit in Deutschland, so erfasste der Extremismus auch Burgbernheim; auf dem Weg zur totalitären Herrschaft im damaligen Deutschen Reich entstand schon sehr früh eine Ortsgruppe der NSDAP, die sich stark am politischen Geschehen während der Weimarer Republik beteiligte. Die Gleichschaltung des politischen Lebens erfolgte dann umgehend nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten. Im Gegensatz zu zahlreichen anderen Ortschaften und Städten überstand Burgbernheim jedoch den Zweiten Weltkrieg ohne größere Zerstörungen.
 

Nach einer bewegten historischen Vergangenheit voller Veränderungen und Umbrüche ist Burgbernheim seit 1973 ein anerkannter Erholungsort. Am Fuß der Frankenhöhe und am Rande des Naturparks Frankenhöhe gelegen, lassen 75 Kilometer beschilderte Wanderwege und Streuobstwiesen das Herz eines jeden Wanderers höher schlagen. Doch Burgbernheim hat heutzutage noch weitere sportliche Highlights zu bieten: Ob Schwimmen, Nordic-Walking, Reiten, Minigolf, Angeln, Schießen oder Langlauf und Ski alpin im Winter, die Möglichkeiten sind sehr vielfältig. Und auch die zahlreichen Sehenswürdigkeiten laden ein, die fränkische Ortschaft aufzusuchen. Touristische Anziehungspunkte sind nicht nur die Altmühlquelle, das 1923/24 erbaute Kriegerdenkmal, oder die Aischquelle. Auch die 1558 errichtete Roßmühle ist eine Attraktion und hat ihre eigene, kleine Geschichte zu erzählen. Letztendlich kann man sich in Burgbernheim auch kulinarisch verwöhnen lassen - für das leibliche Wohl ist also bestens gesorgt. Spätestens deshalb lohnt ein Ausflug nach Burgbernheim, nicht nur für diejenigen, die in der gleichnamigen Straße in Nürnberg wohnen und etwas mehr über „ihren“ Straßennamen erfahren möchten.

Terminvorschau

Jahreshauptversammlung      

Mittwoch, 25. Juli 2018, 19:00 Uhr

 

Sportheim SG Nürnberg/Fürth

Regelsbacher Straße 56, 90431 Nürnberg

 

     
 

Tagesordnung 

1. Begrüßung

2. Bericht des 1. Vorsitzenden und Erklärung

3. Bericht des Kassenverwalters

4. Bericht der Kassenrevision

5. Aussprache zu Top 2 bis 4

6. Entlastung des Vorstandes und des Kassenverwalters

7. Wahl eines Wahlvorstandes

8. Beschlussfassung über das Budget 2018

9. Beschlussfassung über Anträge

10. Verschiedenes

 

Anträge zur Jahreshauptversammlung können bis zum 22.07.2018 beim Vorstand eingereicht werden.

Nächsten Sitzungstermine

Mi Aug 29 @19:30 - 09:00PM
Arbeitsgruppe Medien
Mo Sep 10 @20:00 - 10:00PM
Vorstandssitzung

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