Dienstag, 18 Dezember 2018

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Ipsheimer Straße

Mit Gustav-Adolf und Jean-Henry Dunant hatten wir in den letzten beiden Ausgaben der WestInfo zwei historische Persönlichkeiten unterschiedlicher Provenienz, denen zwei Straßen unseres Gebietes* ihre Namen zu verdanken haben. Doch auch Städte oder Gemeinden prägen die Namensgebung des Nürnberger Verkehrsnetzes – so auch in diesem Fall: Die Gemeinde Markt Ipsheim, ein Ortsteil des Marktes im Landkreis Neustadt a.d.Aisch - Bad Windsheim, gelegen in den Naturparks Frankenhöhe und Steigerwald, gab der Ipsheimer Straße ihre Bezeichnung. Der Name Ipsheim selbst wird auf einen königlichen Gefolgsmann zurückgeführt, der sich um 600 nach Christus beim damaligen Königshof Windsheim in etwa an der Stelle niedergelassen haben soll, wo das heutige Markt Ipsheim mit seinen rund 2140 Einwohnern liegt. Sein Name ähnelte vom Klang und seiner Schreibweise der Gemeinde Ipsheim sehr stark: „Ippeto“. Das frühe Ipsheim war von seiner Größe her noch nicht mit einem Dorf oder einer Gemeinde vergleichbar, vielmehr umfasste es in seiner Ausprägung lediglich einige Höfe. Die Entwicklung zu einem Dorf fand erst ca. 700 – 1000 nach Christus statt, als sich nacheinander mehrere Höfe um den Ortskern gruppierten. Fruchtbarer Boden, gutes Weideland, der Wald im Hintergrund und schließlich die Kreuzung zweier wichtiger Wege, darunter die Verbindung Frankenhöhe quer durch das Aischtal zum Steigerwald und Main, förderten eine rasche Entwicklung. Ende des 18. Jahrhunderts bestand Ipsheim aus 92 Anwesen und 11 weiteren Gebäuden. Erst 1818 wurde Ipsheim schließlich „Marktgemeinde“, mit zu jener Zeit rund 750 dort ansässigen Einwohnern. Damals lebte man von Ackerbau und Viehzucht und das Weideland war sogar gemeinsamer Besitz. Und nicht nur, dass Menschen vor rund tausend Jahren durchschnittlich um rund 20 cm kleiner waren, auch ihr Kleidungsstil unterschied sich deutlich von den bisweilen recht individuellen Modeschöpfungen der heutigen Gesellschaft. Die Männer trugen Leinenhemden und Leinen- oder Wollröcke und eng anliegende Hosen, Frauen Umhänge, Hemdröcke, leinene Unterhemden und Kopftücher. Bei der Nahrung hingegen finden sich bereits Gemeinsamkeiten: Schweinefleisch, Hülsenfrüchte, Brot und Obst standen auf dem Speiseplan und – keine große Überraschung – nebst Wasser und Milch wurden auch Bier und Wein geschätzt. Das Leben der Menschen vor der Reformation in den Jahren von 1300 bis 1500 war stark durch religiöse Riten geprägt. Die Heiligenverehrung spielte eine große Rolle und der Tagesablauf im Dorf richtete sich hauptsächlich nach der Kirchenglocke. Der erste evangelische Pfarrer, Johannes Beer, übernahm 1530 die Pfarrstelle in Ipsheim, zwei Jahre nach Einführung der Reformation. In der beurkundeten Geschichte fand die Gemeinde Ipsheim erst nach der Jahrtausendwende Erwähnung. So ist die Nennung Ipsheims in historischen Dokumenten eng mit dem Zisterzienserkloster Heilsbronn verbunden, das durch Bischof Otto von Bamberg im Jahr 1132 gegründet wurde und bei dessen Gründungsakt Dietmar de Hohenekke als Zeuge mitwirkte. Dabei hielt man auch die Burg Hoheneck, deren genaues Alter bis heute nicht bekannt ist, urkundlich fest. Im Jahr 1189 wurde in der Urkunde des Klosters auch Ipsheim schriftlich erwähnt. Das Marktrecht erhielt Ipsheim von König Rudolf von Habsburg im Jahr 1278. 1437 wurden Ipsheim und Hoheneck schließlich dem damaligen Fürstentum Brandenburg-Kulmbach-Bayreuth zugeteilt. Ipsheim blieb in seiner Geschichte ebenso wie fast alle Orte auf dieser Welt nicht von dramatischen Ereignissen verschont. Die Pestausbrüche im 14. und im 17. Jahrhundert brachten ebenso großes Leid wie die zahlreichen kriegerischen Auseinandersetzungen. Letztere führten sogar zur weitgehenden Zerstörung Ipsheims, wie der Städtekrieg 1381 und in die Markgrafenkriege 1449 und 1553. Auch der zwischen diesen beiden Konflikten geführte Bauernkrieg im Jahr 1525 markiert ein dunkles, blutiges Kapitel, bei dem zahlreiche Menschen ihr Leben verloren. Darüber hinaus hatte der Ausgang des Bauernkrieges zur Folge, dass die Bauernschicht wirtschaftlich noch schlechter gestellt wurde und zudem ihren gesellschaftlichen und politischen Einfluss für Jahrhunderte verlor. Letztendlich hinterließ auch der Dreißigjährige Krieg von 1618-1648 deutliche Spuren der Verwüstung. Auch in dieser historischen Phase war der Alltag der Menschen durch Hunger und Leid geprägt. In der Epoche der neueren und neuesten Geschichte machte Ipsheim weitere gravierende gesellschaftspolitische Veränderungen durch. So fiel die Gemeinde durch ihre Bindung an Bayreuth 1807 zwischenzeitlich sogar an Frankreich, bevor sie 1810 wieder dem Königreich Bayern unterstellt wurde. Vom aufkommenden Totalitarismus des 20. Jahrhunderts wurde Ipsheim 1922 erfasst, elf Jahre vor der Machtergreifung Hitlers, als die ortsansässige NSDAP Zuspruch einer Ortsgruppe erhielt. Nach 1933 erfolgte in Ipsheim ebenso wie in allen anderen deutschen Städten sukzessive die Gleichschaltung aller ortsansässigen Vereine. Ebenso hatte Ipsheim in Folge der beiden Weltkriege zahlreiche Gefallene zu verzeichnen. Relativ „unblutig“ hingegen endete der Zweite Weltkrieg, als am 14. April 1945 amerikanische Soldaten Markt Ipsheim kampflos besetzten. Heutzutage hat Markt Ipsheim ein aktives Gemeindeleben. Mit zahlreichen Veranstaltungen gelingt es der Gemeinde, regelmäßig Besucher aus anderen, nicht nur fränkischen Landkreisen, anzulocken. So z.B. mit dem Weinfest, der Kirchweih oder dem Weinberglauf. Besondere Bedeutung hat die bereits oben erwähnte Burg Hoheneck, die nebst Ipsheim einen von elf Ortsteilen des Marktes im Neustädter Landkreis darstellt. Hier liegt auch eine wichtige Verbindung zu Nürnberg: Burg Hoheneck gehört seit 1953 der Stadt Nürnberg und dient dem Kreisjugendring Nürnberg-Stadt, der Arbeitsgemeinschaft von derzeit 65 Jugendorganisationen im Stadtgebiet Nürnberg, seit dem Jahr 1984 als Bildungsstätte. Zugleich ist Hoheneck die einzige Burg im Besitz der fränkischen Metropole, da die Nürnberger Burg Eigentum der Bayerischen Schlösser- und Seenverwaltung ist. In Nürnberg beherbergt die Ipsheimer Straße heutzutage mehr als 25 Unternehmen, darunter aus den Bereichen Banken und Transport. Da eine geografische Zuordnung zu den bereits vorher in Nürnberg erlassenen Straßennamen, wie z.B. der Flachslander oder der Virnsberger Straße, gegeben sein sollte, kam die unter anderem bei der Ergersheimer- und Sigmundstraße liegende Ipsheimer Straße an ihren Namen.

Terminvorschau

Jahreshauptversammlung      

Mittwoch, 25. Juli 2018, 19:00 Uhr

 

Sportheim SG Nürnberg/Fürth

Regelsbacher Straße 56, 90431 Nürnberg

 

     
 

Tagesordnung 

1. Begrüßung

2. Bericht des 1. Vorsitzenden und Erklärung

3. Bericht des Kassenverwalters

4. Bericht der Kassenrevision

5. Aussprache zu Top 2 bis 4

6. Entlastung des Vorstandes und des Kassenverwalters

7. Wahl eines Wahlvorstandes

8. Beschlussfassung über das Budget 2018

9. Beschlussfassung über Anträge

10. Verschiedenes

 

Anträge zur Jahreshauptversammlung können bis zum 22.07.2018 beim Vorstand eingereicht werden.

Nächsten Sitzungstermine

Mi Dez 26 @19:30 - 09:00PM
Arbeitsgruppe Medien
Mo Jan 14 @20:00 - 10:00PM
Vorstandssitzung

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