Dienstag, 18 Dezember 2018

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Gustav-Adolf-Straße

Der Namensgeber unserer Straße hieß mit vollem Titel „Gustav II. Adolf, König von Schweden“ (1594 – 1632). Er stammte aus der schwedischen Herrscherfamilie der Wasa und regierte von 1611 bis zu seinem Tod in der Schlacht von Lützen 1632.

Die Regentschaft der Familie Wasa begann 1523 mit Gustav I. Wasa und endete 1720 mit der Abdankung der Königin Ulrike Eleonore.

Gustav-Adolf kann man ohne weiteres als „Wunderkind“ auf dem Königsthron bezeichnen. Bereits mit acht Jahren nahm er an Sitzungen des Senats teil und im Alter von zwölf Jahren hatte er ausländische Gesandte empfangen. Da Schweden eine bestimmende Macht im Ostseeraum war, wurden z.B. die Waffenstillstandsverhandlungen im Jahre 1609 zwischen Spanien und den freien Niederlanden am Hofe seines Vaters Karl IX. geführt. Dadurch befanden sich sehr viele ausländische Offiziere in Schweden, die dem Kronprinzen eine hervorragende militärische Ausbildung ermöglichten. Vorzeitig wurde er für mündig erklärt und bestieg, 17-jährig, im Jahr 1611, nach dem Tod seines Vaters den schwedischen Thron. Gekrönt wurde er 1617 im Dom zu Uppsala. Für den schwedischen Staat war Gustav Adolf eine der herausragenden Menschen in der Geschichte. Das durch innere Unruhen zerrissene und durch drei Kriege erschöpfte Schweden wurde unter ihm geeint und befriedet. Er begründete nicht nur die Großmachtstellung des Landes, die bis Anfang des 18. Jahrhunderts Bestand hatte, sondern er organisierte und reformierte die Verwaltung, das Steuer- und Rechtswesen und machte das Schulwesen zu einem der besten in Europa. Handel und Gewerbe wurden gefördert und blühten auf.

Gustav Adolf besaß eine Begabung für Sprachen. Von Haus aus sprach er Schwedisch und durch seine Mutter Deutsch. In Wort und Schrift lernte er Niederländisch, Italienisch und Französisch. An Bildung überragte er viele Regenten seiner Zeit.

Aber vor allem das Militärwesen wurde unter ihm epochemachend umstrukturiert. Zu dieser Zeit gab es vor allem Söldnerheere, die sich bei verschiedenen Herrschern verdingten. Gustav Adolf führte eine Wehrpflicht ein und schuf damit die erste von einem Staat bezahlte, ernährte und ausgerüstete Armee eines Volkes. Es wurden 40.000 Schweden rekrutiert, die bestens organisiert, taktisch gut geführt und mit großer Kampfmoral ausgestattet waren. Die Armee bekam einheitliche Uniformen und Rangabzeichen, ein Umstand der den Korpsgeist förderte. Auch hier war der König Vorbild. Er schwitzte, hungerte, fror und dürstete mit seinen Soldaten und saß bisweilen fünfzehn Stunden im Sattel.

Dies alles klingt sehr positiv, aber es ist zu bedenken, dass damalige Kriege selten nationale Kriege waren, sondern systematische Plünderungs- und Raubzüge. Ähnlich wie Elisabeth I. von England wurde von Gustav Adolf Seeräuberei betrieben. Man schuf eine große Kriegsflotte. Das kurz nach dem Stapellauf gesunkene und 1961 gehobene Flagschiff „Vasa“ ist ein eindrucksvolles Zeugnis aus dieser Zeit. Man kann sie in einem Museum in Stockholm besichtigen.

Auch der Eintritt Schwedens in den dreißigjährigen Krieg, hatte mit den hehren Zielen, die öffentlich propagiert wurden, wenig zu tun. Gustav Adolf bekam die Genehmigung des Reichtages nur auf drei Jahre und mit der Aussicht, gigantische Gewinne zu erzielen. Denn die „Befreiten“ mussten für ihre Befreiung zahlen. Außerdem bestand die Möglichkeit mit der Besetzung Mecklenburgs und Pommerns den gesamten Ostseeraum zu beherrschen. Als im Jahre 1630 Wallenstein, auf Drängen der deutschen Fürsten, den Oberbefehl über die kaiserlichen Truppen niederlegen musste, sah Gustav Adolf die Chance für dieses Vorhaben gekommen. Wallenstein hatte zuvor die protestantischen Fürsten besiegt und war mit seinen Truppen bis an die Küste der Ostsee vorgedrungen. Gustav Adolf landete im Juli 1630 auf der Insel Usedom. Vorbereitet durch eine hervorragende Öffentlichkeitsarbeit, die in Deutschland einen Nimbus begründete, machte aus ihm eine protestantische Kultfigur, man ist fast versucht zu behaupten, einen „evangelischen Heiligen“. Es gelang ihm im Laufe von zwei Jahren die kaiserlichen Truppen bis nach Bayern zurückzudrängen. Im Jahre 1631 wurde Magdeburg, eine der reichsten Städte des Reiches, durch die bayerische Armee Tillys erobert und vollständig niedergebrannt. Fast alle Einwohner wurden getötet. Die Schweden unter Gustav Adolf waren nur zwei Tagesmärsche entfernt und kamen nicht zu Hilfe. Im März 1632 verließ der König von Schweden sein Winterlager und zog über Nürnberg, wo er begeistert empfangen und mit Geschenken überhäuft wurde, in Richtung Augsburg. Im April dieses Jahres wurde Wallenstein durch Kaiser Ferdinand wieder als Oberbefehlshaber der katholischen Liga eingesetzt. Er bedrohte im Juli, mit einer riesigen Armee, die freie Reichstadt Nürnberg. Gustav Adolf stand Nürnberg mit seiner Armee bei. Allerdings war der Preis für alle Beteiligten sehr hoch. Im September wurde an der alten Veste eine blutige Schlacht geschlagen, mit sehr vielen Toten. In diesen zwei Monaten kamen tausende Menschen durch Hunger und Seuchen ums Leben. Man war in Nürnberg dankbar, nicht das Schicksal Magdeburgs erlitten zu haben. So wirkt die Glorie Gustav Adolfs in Nürnberg bis heute. Es gibt nicht nur die Straße, auch ein U-Bahnhof wurde in den schwedischen Farben blau und gelb, mit der Unterschrift des Königs „Gustavus Adolfus“ gestaltet.

Die Dankbarkeit Nürnbergs für Gustav Adolf wurde bereits im Jahre 1930 durch einen monumentalen Kirchenbau manifestiert. Die Gustav-Adolf-Gedächtniskirche ist einer der größten Kirchenräume in Bayern. Die angedichtete Rolle als der „Löwe des Nordens“ und „Retter des Protestantismus“ wirkt also bis zum heutigen Tag. Man muss allerdings kritisch anmerken, dass Deutschland in dieser Zeit geplündert und fast entvölkert wurde. Grausamkeiten wie der „Schwedentrunk“ (ein großer Humpen Jauche, den man den Opfern einflößte, Anm. d. Red.) sind bis in diese Tage ein Begriff. Die Benennung der Straßen in unserem Gebiet steht einerseits in Zusammenhang mit dem Schlachtfeld und der Geschichte des dreißigjährigen Krieges und andererseits mit den Militäreinrichtungen, die es in Großreuth gab.

Terminvorschau

Jahreshauptversammlung      

Mittwoch, 25. Juli 2018, 19:00 Uhr

 

Sportheim SG Nürnberg/Fürth

Regelsbacher Straße 56, 90431 Nürnberg

 

     
 

Tagesordnung 

1. Begrüßung

2. Bericht des 1. Vorsitzenden und Erklärung

3. Bericht des Kassenverwalters

4. Bericht der Kassenrevision

5. Aussprache zu Top 2 bis 4

6. Entlastung des Vorstandes und des Kassenverwalters

7. Wahl eines Wahlvorstandes

8. Beschlussfassung über das Budget 2018

9. Beschlussfassung über Anträge

10. Verschiedenes

 

Anträge zur Jahreshauptversammlung können bis zum 22.07.2018 beim Vorstand eingereicht werden.

Nächsten Sitzungstermine

Mi Dez 26 @19:30 - 09:00PM
Arbeitsgruppe Medien
Mo Jan 14 @20:00 - 10:00PM
Vorstandssitzung

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