Samstag, 15 Dezember 2018

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Rothenburger Straße

Die Straße nach Rothenburg begann in früherer Zeit am Spittlertor und war die Handels- und Verbindungsstraße zwischen der freien Reichsstadt Nürnberg und der freien Reichsstadt Rothenburg. Sie war eine von drei Fernstraßen, die aus dem Spittlertor heraus über Gostenhof nach Süden und Westen führten.
Heute beginnt die Rothenburger Straße am Plärrer, führt vom Hochhaus und am Rochusfriedhof vorbei durch Gostenhof, biegt in Sündersbühl, am alten Schlachthofgelände, nach Westen ab und wird ab der Von-der-Tann-Straße zur Staatsstraße 2245. Als Staatsstraße verläuft die Rothenburger Straße über Altenberg, Zirndorf, durch die Ortsmitte von Großhabersdorf im Landkreis Fürth. In Großhabersdorf führt die Rothenburger Straße in Richtung Unterschlauersbach und erreicht Seubersdorf einen Ortsteil von Dietenhofen, hier beginnt bereits der Landkreis Ansbach. Sie erreicht den Höhenrücken der Frankenhöhe und wird ab diesen Punkt deshalb auch als Hochstraße bezeichnet. Diese Höhen- oder Hochstraßen waren im Mittelalter wichtige Verbindungsstraßen. Sie haben sich über weite Strecken erhalten. Oft dienen sie heute als Fernwanderwege, wie z. B. im Steigerwald. Wer diese Hochstraße (Staatsstraße 2245) schon einmal gefahren ist, hat sich gewundert, dass man fast ausschließlich durch ein Waldgebiet fährt.

Kilometer Stein Rothenburg

km-Stein Rothenburg o.b. Tauber in Nürnberg © Foto:privat


Im weiteren Verlauf tangiert sie das Ortsgebiet von Neuhof an der Zenn bei Rothenhof und erreicht Unternbibert, das zu Rügland gehört, genau wie der nächste Ort Daubersbach, der nördlich der Rothenburger Straße liegt. Es gibt einige Abzweigungen mit Hinweisschildern auf Orte oder Ortsteile wie Wimmelbach (Obernzenn), Hainklingen und Schmalnbühl, die zu Flachslanden gehören. In der Nähe von Schmalnbühl befindet sich die Quelle des kleinen Flusses Bibert, nach dem ein ganzes Tal benannt ist. Nach einigen Kilometern erreicht die Straße den Obernzenner Weiler Straßhof. Nun kommt kurz danach ein Pass zwischen Lerchenberg und IIlesheimer Kopf, die hohe Steig. Hier wird die europäische Haupfwasserscheide überwunden. Es folgt ein starkes Gefälle, das auf 750 Meter rund 50 Höhenmeter überwindet. Die Straße überquert in Oberdachstetten die Bahnstrecke Würzburg - Treuchtlingen, sowie die Fränkische Rezat und erreicht nach Durchfahrt durch den Ortskern die Anschlussstelle der Bundesstraße 13. Die Rothenburger Straße verläuft nun durch den Ortsteil Anfelden und wird kurz nach diesem Ort zur Kreisstraße. Während die Staatsstraße im weiten Bogen nach Colmberg führt, erreicht man auf der Kreisstraße und den Gemeindeverbindungsstraßen nach kurzer Zeit die Große Kreisstadt Rothenburg ob der Tauber.
Diese historische Rothenburger Straße wäre eine schöne Route für einen gemütlichen Sonntagsausflug von Nürnberg nach Rothenburg o.d.T.. Es gibt ein wundervolles Landschafts- und danach ein schönes Stadterlebnis. Rothenburg ob der Tauber ist die kleinste "Große Kreisstadt" im Freistaat Bayern. Dieser Titel wurde dieser geschichtsträchtigen und selbstbewussten Bürgerstadt nach der Gebiets- und Landkreisreform 1972 verliehen. Es war als kleine Entschädigung gedacht, denn es wurde • der Landkreis Rothenburg o.d.T. aufgelöst und in den neuen Landkreis Ansbach integriert. Rothenburg o.d.T. blieb dadurch kreisfreie Stadt.

Rathaus Rothenburg ob der Tauber

Rathaus und Marktplatz in Rothenburg o.b. Tauber © Foto:privat


Die Geschichte der Stadt wird erstmals um das Jahr 970 erwähnt, als ein ostfränkischer Adliger namens Reinger die Kirche St. Peter (jetzt St. Peter und Paul) im heutigen Stadtteil Detwang gründet. Er erreicht beim Bischof von Würzburg die Abgrenzung eines Zehntbezirks. Dabei werden die Namen von Siedlungen genannt, auf deren Gebiet später die Stadt Rothenburg entstand. Um 1070 bauen die Grafen von Comburg, deren Stammburg bei Schwäbisch Hall liegt und denen das Dorf Gebsattel gehörte, auf der Bergnase über der Tauber die Burg Rothenburg. Heute heißt dieses Gebiet Essigkrug. Diese Grafen gründeten insgesamt sechs weitere Städte mit dem Namen Rot(h)enburg im früheren Deutschland und der Schweiz. Jedoch starb das Geschlecht der Grafen von Comburg-Rothenburg mit dem Tod von Graf Heinrich im Jahre 1116 aus. Er hatte all seinen Besitz einschließlich Gebsattel und Rothenburg dem von seiner Familie gestifteten Kloster Comburg vermacht. Allerdings bestätigt Kaiser Heinrich V. diese Schenkung nicht, und ernennt seinen Neffen Konrad von Hohenstaufen zum Nachfolger der Besitzungen. Der spätere römisch-deutsche König Konrad 11I.tauscht vom Stift Neumünster in Würzburg einen Bergrücken oberhalb von Detwang ein und errichtet die Stauferburg Rothenburg. Er hält dort Hof und setzt als Verwalter Vögte ein. Mit dem Bau dieser Burg entsteht auch die Stadt Rothenburg. Die Stadt, deren Zentrum der Marktplatz und die Jakobskirche bildet, wird auch mit der ersten Stadtbefestigung geschützt. Zwei Türme und ein Bogen dieser Wehranlage zeugen noch heute von dieser Stadtmauer: der Weiße Turm und der Markusturm mit dem Röderbogen. Wie die Stadt gewachsen ist zeigt dieses Foto. Man sieht die rote St. Johanniskirche (hier stand die erste Stadtmauer), der Siebersturm (links) am Plönlein zeigt eine Erweiterung der Stadtfläche, die sich im Osten und Norden fortsetzte, das Spitaltor (Turm rechts) war die letzte Vergrößerung der Stadtfläche in Richtung Süden. Stand Rothenburg am Anfang unter der Verwaltung von Schultheißen, das Landgebiet wurde durch Reichsküchenmeister (es gibt auch ein Gasthaus gleichen Namens) regiert, so änderte sich dies mit der Zeit. Im Jahr 1274 wurde Rothenburg durch König Rudolf von Habsburg als Reichstadt privilegiert. In diese Zeit fällt auch die große Erweiterung der Stadt. Es entstehen auch viele religiös geprägte Bauten. Die Johanniterkommende St. Johannis, die Deutschordenskommende bei der Jakobskirche, das Dominikanerinnenkloster (heute Reichstadtmuseum). sowie das Franziskanerkloster und das Heilig-Geist-Spital, das in die Stadtmauer einbezogen wurde. In diese große Zeit fiel auch der Bau-der Jakobskirche durch den Deutschen Orden, an dem sich seit 1336 die Bürgerschaft beteiligte. Es entstand eine Heilig-Blut-Wallfahrt, die zahlreiche Pilger und damit Geld in die Stadt brachte. Aber es gab auch immer wieder Rückschläge. So verpfändete Kaiser Karll\/. die Stadt 1349 an den Bischof von Würzburg. Bereits im Jahr 1352 lösen die finanzkräftigen Bürger ihre Stadt aus und seither blieb die Reichsstadt dem Reichsoberhaupt direkt unterstellt (dies hatte Bestand bis 1802/03). Der Rat wird seit einiger Zeit vom Bürgermeister geleitet und erwirkt beim Kaiser die Blutgerichtsbarkeit. 1373 beginnt der Bau des Langhauses der Jakobskirche, deren Baulast 1398 durch einen Vertrag mit dem Deutschen Orden auf die Bürger übergeht. Es wird die bürgerliche Stadtpfarrkirche St. Jakob entstehen und gleichzeitig das gotische Rathaus gebaut. Durch zahlreiche Fehden gegen benachbarte adlige Ritter und in Konkurrenz zu den Burggrafen von Nürnberg, den Hohenzollern, sowie den Bischöfen von Würzburg, gelingt es der Stadt, das landgebiet bis 1406 auf ca. 400 Quadratkilometer auszuweiten. Es entsteht die Rothenburger Landhege oder Landwehr. Sie bestand aus drei Wällen und zwei Gräben und war mit undurchdringlichen Hecken bepflanzt, die wichtigen Durchgänge waren durch neun landtürme gesichert, die Anlage war aber nicht überall geschlossen. Für die Pflege gab es Hegemeister und für die Sicherheit sorgten Hegereiter. Um 1400 war Rothenburg auf seinem Höhepunkt angekommen und hatte 5.000 Einwohner. Der Bürgermeister Heinrich Toppier sorgte für eine expandierende und prosperierende Stadt, denn Rothenburg und auch er selbst waren sehr wohlhabend geworden. Sein Regierungsstil schuf ihm jedoch auch Feinde. Er machte gravierende politische Fehler, was dazu führte, dass Rothenburg 1407/08 in die Reichsacht kam. Burggraf Friedrich von Nürnberg (ein Hohenzoller) und Bischof Johann von Würzburg zwingen die Stadt zum Verzicht auf weiteren Territorialerwerb. Toppier wird wegen Konspiration mit dem abgesetzten König Wenzel verhaftet und in das Verlies unter dem Rathaus gesperrt. Dort stirbt er 1408, einige Quellen sprechen auch von "Ermordung". Der Name weist auf die altdeutsche Bezeichnung "toppeln" für würfeln hin. So zeigt das Familienwappen in einem geteilten Wappen einen silbernen Würfel mit sechs Augen auf schwarzen Grund und einen schwarzen Würfel mit fünf Augen auf silbernen Grund. Die Würfel symbolisieren, dass man noch eine Aufgabe hat und nicht am Ziel ist. Seine Familie muß ihren Besitz in Rothenburg verkaufen, wobei ein großer Teil konfisziert wird und zieht nach Nürnberg. Dort erwirbt ein Wolf Topler (in Nürnberg wurde die Familie nur mit einem p geschrieben) 1590 ein großes Haus am Paniersplatz, die Toplers waren wieder wohlhabend. Die Familie starb jedoch 1687 aus. Das Haus wurde am 2. Januar 1945 durch Bomben zerstört.

Altstadtgasse in Rothenburg ob der Tauber

Altstadtgasse in Rothenburg o.b. Tauber ©Foto: privat


Rothenburg war seit 1378 Mitglied des schwäbischen Städtebundes unter der Führung der freien Reichsstadt Ulm, dieser Beitritt wurde 1440 erneuert. Es wurden Ausgleichsverträge mit dem Ansbacher Markgrafen Albrecht Achilles geschlossen und so die Fehden mit Fürsten und Ritteradligen beendet. Im Jahr 1501 brannte der Ostflügel des gotischen Rathauses ab, man kann diesen Bau noch auf dem Herlin-Altar in der Jakobskirche sehen. Im Jahr 1525 beteiligte sich Rothenburg am Bauernkrieg und versuchte die Reformation einzuführen, musste sich aber Markgraf Kasimir ergeben. Die Reformation wurde erst 1544 eingeführt und 1559 wird eine evangelische Kirchenordnung erlassen. Die beiden Ordenskommenden der Johanniter (bis 1809) und der Deutsche Orden (1672 von der Stadt aufgekauft) bleiben katholisch, müssen aber auf ihre Kirchen St. Johannis und St. Jakob verzichten. Von ca. 1565 bis zum 30-jährigen Krieg erlebt die freie Reichsstadt nochmals eine Blüte, es werden der Ostflügel des Rathauses, das Baumeisterhaus, die Schranne als Kornspeicher, das Gymnasium bei der Jakobskirche, sowie das Heilig-Geist-Spital im Stil der Renaissance erbaut. Bürgerstädte haben bedeutende Rathäuser aus den Epochen ihrer Blüte. Während des 30-jährigen Krieges kommt es zu Kämpfen in und bei Rothenburg, die Stadt muss durchziehende Truppen aufnehmen, Winterquartiere zur Verfügung stellen und sich an den Kosten beteiligen. 1631 wurde Rothenburg von 60.000 Mann der Armee Graf von Tillys belagert und eingenommen. Der Legende nach bewahrte der Bürgermeister Georg Nusch die Stadt vor der Zerstörung, in dem er auf einen Zug einen Humpen mit 3,25 Liter Wein leerte. Das Festspiel des .Meistertrunks" das seit 1881 bis auf den heutigen Tag aufgeführt wird, erinnert daran. Die Zahl der Einwohner verringerte sich durch Kriegshandlungen und Seuchen dramatisch. Im Jahr 1645 wurde die Freie Reichsstadt durch französische Truppen besetzt. Nach dem Abzug der letzten Truppen im Jahr 1650 fiel Rothenburg in eine Art Dornröschenschlaf. Durch den Reichsdeputationshauptschluss wurde die Stadt 1803 in das neu entstandene Königreich Bayern einverleibt. Auf Druck Napoleons verlor man 1810 den westlichen und damit größten Teil der Landhege an Württemberg, was die bestehende Wirtschaftskrise noch verschärfte. In den letzten Kriegstagen, am 31. März 1945, wurde Rothenburg durch die US-Luftwaffe, ohne dass die Stadt industrielle oder militärische Bedeutung hatte, als „Ersotzzlel" angegriffen und 40% der Altstadt zerstört. Es betraf aber vor allen den neueren Ostteil der Altstadt. Die bedeutenden Baudenkmäler blieben zum Glück erhalten. Die Große Kreisstadt Rothenburg ob der Tauber hat heute knapp 11.000 Einwohner, ist also nur doppelt so groß wie im Mittelalter. Wenn man durch die mittelalterlichen Straßen geht, fühlt man sich oft wie in einem Märchen aus vergangener Zeit.

Terminvorschau

Jahreshauptversammlung      

Mittwoch, 25. Juli 2018, 19:00 Uhr

 

Sportheim SG Nürnberg/Fürth

Regelsbacher Straße 56, 90431 Nürnberg

 

     
 

Tagesordnung 

1. Begrüßung

2. Bericht des 1. Vorsitzenden und Erklärung

3. Bericht des Kassenverwalters

4. Bericht der Kassenrevision

5. Aussprache zu Top 2 bis 4

6. Entlastung des Vorstandes und des Kassenverwalters

7. Wahl eines Wahlvorstandes

8. Beschlussfassung über das Budget 2018

9. Beschlussfassung über Anträge

10. Verschiedenes

 

Anträge zur Jahreshauptversammlung können bis zum 22.07.2018 beim Vorstand eingereicht werden.

Nächsten Sitzungstermine

Mi Dez 26 @19:30 - 09:00PM
Arbeitsgruppe Medien
Mo Jan 14 @20:00 - 10:00PM
Vorstandssitzung

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