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Rundfunkstraße

Heute steht die Rundfunkstraße im Mittelpunkt. Die Rundfunkstraße, die parallel zur Sigmundstraße verläuft und die Altenberger Straße kreuzt, verdankt ihren Namen dem 1925 erbauten Sender Nürnberg. Hatte dieser anfangs noch zwei stählerne Sendemasten, so wurden diese 1931 durch einen 124 Meter hohen Holzmast ersetzt, der über eine gewisse Ähnlichkeit mit dem Eiffelturm verfügte.
Gleich zwei historische Elemente spiegeln sich in der Rundfunkstraße wider. Zum einen die Entwicklung des Rundfunks an sich, der eine bahnbrechende Erfindung darstellte und auch heute sämtliche Lebensbereiche durchdringt. Zum anderen den „Einzug“ des Rundfunks in Nürnberg, der mit dem hölzernen Sendemast dem Stadteil Kleinreuth sogar ein kleines Wahrzeichen bescherte.

Von Tesla zu Fessenden
Die Geschichte des Rundfunks


Als Rundfunk bezeichnet man die Übertragung von Informationen jeglicher Art über elektromagnetische Wellen an die Öffentlichkeit. Unter den Begriff Rundfunk fallen der Hörfunk und das Fernsehen. Die Anfänge machte dabei der Hörfunk, der lange Zeit begrifflich dem Rundfunk gleichgesetzt wurde. Der Hörfunk selbst setzte zahlreiche technische Erfindungen voraus, wie z. B. die ersten Mikrophone, entwickelt vom deutschen Physiker und Erfinder Philipp Reis sowie dem britischen Erfinder Alexander Graham Bell. Die technischen Grundlagen des Rundfunks wurden vom serbischstämmigen Nikola Tesla, der schließlich nach New York auswanderte, erfunden und patentiert. Allerdings entschied das Oberste Patentgericht der USA erst 1943, dass das Radio auf seinen Erfindungsgeist zurückgeht, denn Ende des 19. Jahrhunderts wurde sein Gerät durch ein Feuer zerstört und man schrieb die Erfindung des Radios lange Zeit dem italienischen Forscher Guglielmo Marconi zu. Gänzlich geklärt wird dieser Sachverhalt wohl nie sein, denn auch Alexander Popow, ein russischer Physiker, präsentierte schon Ende des 19. Jahrhunderts die Radiotechnologie an der Universität in Petersburg. Größere Einigkeit herrscht hingegen hinsichtlich der ersten Übertragung. So transferierte der kanadische Erfinder Reginald Aubrey Fessenden am Heilig-abend im Jahre 1906 die erste Radiosendung aus Brant Rock, Massachusetts in den USA. Dieses erste „Radioexperiment“ beinhaltete unter anderem Phonographenmusik, ein von Fessenden gespieltes Violin-Solo sowie die Ansage eines Bibeltextes. Zu hören war die Übertragung auf den Schiffen, die sich an der Küste des Atlantiks befanden. 1920 nahm schließlich die erste kommerzielle Rundfunkstation in Pittsburgh, USA, ihren Betrieb auf. Ende des gleichen Jahres fand schließlich auch die erste Rundfunkübertragung in Deutschland statt. Postbeamte sangen im Sender in Königs Wusterhausen auf dem Funkerberg Lieder und sprachen Gedichte vor. Der Funkerberg gilt daher heute als Geburtsstätte des öffentlichen Rundfunks in Deutschland.

Am 1. Mai 1922 wurde die „Deutsche Stunde. Gesellschaft für drahtlose Belehrung und Unterhaltung mbH“ gegründet. Die Geburtsstunde des - wenn man so sagen kann - „offiziellen“ Rundfunks in Deutschland war schließlich der 29. Oktober 1923. An diesem Tag fand die Erstausstrahlung der ersten Unterhaltungssendung aus dem Berliner Vox-Haus statt.

Die Rundfunkstraße im Nürnberger Westen

Foto:©BR/Historisches Archiv

In Nürnberg wurde der erste Sender am 2. August 1924 eröffnet, der zunächst am Hauptbahnhof installiert wurde. Da der Berliner Großsender und die neun Regionalsender nicht das ganze Sendegebiet abdecken konnten, wurden Zwischensendestellen errichtet. Von diesen stellte der Nürnberger Sender eine dar und sollte dabei das bayerische Hauptprogramm des Münchener Senders übernehmen. Zu jener Zeit gab es in Deutschland insgesamt rund 1600 Rundfunkteilnehmer, in der fränkischen Metropole waren es ungefähr 260. Zahlreiche Hörer empfingen das Programm damals noch über selbstgebastelte Apparate, die Röhrenradios waren zu damaligen Zeiten für die meisten Bürger kaum erschwinglich. Allerdings nahm die Zahl der Radionutzer sprunghaft zu: So lauschten 1925 schon über 30.000 Hörer dem Programm, und ab Oktober dieses Jahres gab es mit den „Nürnberger Sendestunden“ auch die ersten Nürnberger Inhalte aus dem Radio, die donnerstags von 19-22 Uhr ausgestrahlt wurden. Allerdings waren die Sendeanlagen im Postgebäude am Nürnberger Hauptbahnhof nur als Zwischenlösung gedacht, zumal die Gleise auch den Rundfunk beeinträchtigten, daher errichtete die für den Rundfunk zuständige Post im Dezember 1925 zwei jeweils 75 Meter hohe Stahlmasten in Kleinreuth. War die Empfangsqualität anfangs noch eher bescheiden, so erreichte man hier im Laufe der 1920er Jahre deutliche Verbesserungen, was sich auch auf die Zahl der Radiohörer und der Sendezeit auswirkte. So zählte Nürnberg Ende der 1920er Jahre bereits über 50.000 Radiohörer und der Eigenanteil an der Sendezeit stieg auf rund 15%. Das Aufnahmestudio befand sich im Telegraphengebäude in der Allersberger Straße. 1932 schließlich wurden die beiden Sendemasten in Kleinreuth abgebaut. An deren Stelle trat ein Gitterturm aus Holz, der bis 1961, dem Jahr seiner Sprengung aufgrund von Baufälligkeit, das Wahrzeichen Kleinreuths blieb. Bereits vorher lösten ein, im Jahre 1949 in der Wallensteinstraße errichteter und ein im Jahre 1950 auf dem Sendegelände neu gebauter, 100 Meter hoher Antennenmast aus Stahlgitter, den alten Sendeturm ab.
Während der NS-Zeit sendete der Nürnberger Sender jedoch kein eigenes regionales Programm sondern fast ausschließlich das Reichsprogramm. Erst ab Mitte August 1945 startete der Sender mit Genehmigung der amerikanischen Militärregierung wieder eigene Inhalte, zunächst im bescheidenen Rahmen. Offizieller Betriebsbeginn des Nürnberger Studios war erst der 1. Oktober 1948 mit vorübergehender Studiozentrale in der Tillystraße, bis das Studio schließlich kurze Zeit später in die Wallensteinstraße verlegt wurde. Das Nürnberger Programm konnte sich erst Anfang der 1960er Jahre von München weitgehend emanzipieren. Der Grundstein hierfür wurde durch die Gründung der „Abteilung Wort“ gelegt, die schließlich zur Gründung einer eigenen Fernsehredaktion zwei Jahre später führte.
Somit erinnert die Rundfunkstraße nicht nur die Bewohnerinnen und Bewohner der Stadt Nürnberg an den Einzug der Rundfunktechnik nach Nürnberg, sondern steht zugleich für eine bedeutende technische Erfindung, die die Welt veränderte.

Quellenverzeichnis:
http://de.wikipedia.org/wiki/Rundfunk, 01.03.2012
Schieber, Martin/Windsheimer, Bernd: 700 Jahre Großreuth und Kleinreuth bei Schweinau, Sandberg Verlag, Nürnberg 2003. Bayerischer Rundfunk (BR).

Terminvorschau

Jahreshauptversammlung      

Mittwoch, 25. Juli 2018, 19:00 Uhr

 

Sportheim SG Nürnberg/Fürth

Regelsbacher Straße 56, 90431 Nürnberg

 

     
 

Tagesordnung 

1. Begrüßung

2. Bericht des 1. Vorsitzenden und Erklärung

3. Bericht des Kassenverwalters

4. Bericht der Kassenrevision

5. Aussprache zu Top 2 bis 4

6. Entlastung des Vorstandes und des Kassenverwalters

7. Wahl eines Wahlvorstandes

8. Beschlussfassung über das Budget 2018

9. Beschlussfassung über Anträge

10. Verschiedenes

 

Anträge zur Jahreshauptversammlung können bis zum 22.07.2018 beim Vorstand eingereicht werden.

Nächsten Sitzungstermine

Mi Jun 27 @19:30 - 09:00PM
Arbeitsgruppe Medien
Mo Jul 09 @20:00 - 10:00PM
Vorstandssitzung

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