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Charles de Gaulle Brücke

Seit dem 12. April 2013 ist die Brücke der Rothenburger Straße über die Südwesttangente und den Europakanal, die bisher keine Bezeichnung hatte, nach einem großen europäischen Menschen benannt. Sie heißt nun Charles-de-Gaulle-Brücke.

Es ist sehr schwierig, sich einer solch großen und schillernden Person wie dem General und Staatspräsidenten de Gaulle zu nähern und eine Beschreibung zu liefern, die ihm einigermaßen gerecht wird. Wir wollen es trotzdem versuchen, auch wenn es uns bewusst ist, dass wir nur Teile der Geschichte eines großartigen Franzosen wiedergeben können. Charles de Gaulle wurde 1890 im nordfranzösischen Lille in eine katholisch-konservative, jedoch auch sozial-fortschrittliche Familie geboren. In Deutschland würden wir sie dem Bildungsbürgertum zurechnen. Sein Großvater war Historiker, der Vater lehrte an katholischen Privatschulen, bevor er eine eigene gründete. Die Familie war sehr patriotisch, jedoch distanzierte sie sich von reaktionären und nationalistischen Kreisen während der Dreyfus-Affäre und unterstützte den zu Unrecht verurteilten jüdischen Offizier. Im Jahre 1908 trat de Gaulle in die Militärschule Saint-Cyr ein, an der er 1912 sein Diplom als Offizier erhielt. Er wurde in die französische Armee als Leutnant übernommen. Die erste Station seiner Militärlaufbahn war das 33. Infanterieregiment in Arras, wo er seine frühe Begegnung mit Henri Philippe Petain, dem späteren Marschall von Frankreich hatte, der zu dieser Zeit Oberst und Kommandeur dieser Einheit war. Zu Beginn des Ersten Weltkriegs wurde er zum Hauptmann befördert. Der Kommandeur des Regiments bot ihm an, sein Adjutant zu werden. Im März 1916 wurde das Regiment in der Schlacht um Verdun bei der Verteidigung des Dorfes Douaumont fast vollständig vernichtet. Charles de Gaulle geriet verwundet in deutsche Kriegsgefangenschaft. Eine seiner ersten Stationen als Gefangener war die Festung Rosenberg in Kronach. Von hier wurde er nach zwei vergeblichen Fluchtversuchen in ein spezielles Lager nach Ingolstadt verlegt. Hier lernte er den späteren Marschall der Sowjetunion Michail Tuchatschewski kennen und brachte ihm die französische Sprache bei. Seine weiteren Fluchtversuche scheiterten u. a. an seiner Körpergröße von 1,95 Meter. Er fiel einfach auf, da so große Menschen in dieser Zeit ungewöhnlich waren. Als Gefangener kam er auf die Wülzburg bei Weißenburg. Aus diesem, wie er in einem Brief an seine Mutter schrieb, „jämmerlichen Exil“, wurde er 1918 entlassen. Er schätzte sich bitter als Soldat ein, „der seinem Land nichts genützt habe“.

Zwischen den beiden Weltkriegen wirkte de Gaulle an zwei Militärakademien in Frankreich und einigen Stationen im Ausland, darunter auch 1928 ein Einsatz bei den französischen Besatzungstruppen in Deutschland. Er verfasste mehrere militärstrategische Schriften über den Einsatz von technisierten Einheiten, vor allem der neuentwickelten Panzerwaffe, die einen Krieg schnell ins Land des angreifenden Feindes bringen sollte. Der inzwischen zum Marschall aufgestiegene Philippe Petain lehnte diese Strategien ab und setzte auf Bunker und die Maginot-Linie. Das Verhältnis zwischen den beiden Militärs kühlte daraufhin deutlich ab. Allerdings las man die Schriften in Deutschland sehr genau. Der Panzergenerals Guderian fand sich in seinen eigenen Bestrebungen gestärkt. Die Strategie der „Blitzkriege“, in dem diese Taktik enthalten war, richtete sich auch gegen Frankreich.

Zu Beginn des 2. Weltkrieges war de Gaulle Oberst und erhielt 1940 das Kommando über die neue 4. Panzerdivision. Beim Angriff der deutschen Wehrmacht auf Frankreich, gelang es ihm als einzigen französischen Befehlshaber, den Gegner aufzuhalten und für kurze Zeit zurückzuschlagen. Er wurde zum Brigadegeneral befördert. Anfang Juni 1940 wurde er von Premierminister Reynaud zum Staatssekretär und zum Verantwortlichen der Koordination mit Großbritannien ernannt. Er missbilligte die Bestrebungen Marschall Petains, da sich die Niederlage Frankreichs deutlich abzeichnete, legal die Macht zu übernehmen und mit Deutschland einen Waffenstillstand zu vereinbaren. Er setzte sich, wie große Teile der französischen Armee nach Großbritannien ab. Da sich der größte Teil der Regierung Frankreichs noch im Land befand, wurde er beauftragt und konnte mit der Genehmigung Winston Churchills über die BBC eine Rede an das französische Volk zu sprechen. Er betonte, dass die Niederlage nicht endgültig sei. Diese Ansprache gilt als eine seiner größten Reden. Nach Meinung von Kommentatoren habe diese das Gesicht der Welt nicht verändert, so habe sie jedoch dazu beigetragen, das Gesicht Frankreichs zu wahren. Da viele Staaten nach der Niederlage die neue sogenannte Vichy-Regierung anerkannten, wurde aber de Gaulle vom Exil aus die wahre Führungsfigur der Franzosen. Dies war nicht nur zu seinem Vorteil, so unterstellte ihm der amerikanische Präsident Roosevelt diktatorische Neigungen, was dazu führte, dass er von der anglo-amerikanischen Invasion in Nordafrika ausgeschlossen wurde. Auch die Beziehungen zu Churchill (Von der Landung in der Normandie informierte er de Gaulle erst fünf Tage vorher) waren nicht immer problemlos, was dazu führte, dass der General in seiner oft sturen und von „altfränkischer Mythologie“ geprägten Art immer seinen eigenen, erfolgreichen Weg verfolgte.

Er konnte das Komitee für die nationale Befreiung (CFLN) gründen und es gelang ihm zum Beispiel, eine alliierte Militärregierung für das (deutsch) besetzte Frankreich zu verhindern. De Gaulle wurde, obwohl er bei der Landung am D-Day und dem Vormarsch der Alliierten keine Rolle spielte, in vielen Teilen der Bevölkerung als der „Befreier“ Frankreichs angesehen. Auch die Ordnung nach der Befreiung wollte er nicht Briten und Amerikanern überlassen, sondern betrachtete die juristische Aufarbeitung als originäre Aufgabe der Franzosen. Er nahm auch kommunistische Kommissare in die CFLN auf und amnestierte den in die Sowjetunion geflohenen Generalsekretär der Kommunistischen Partei Maurice Thorez. Damit war die Anerkennung der drei großen Alliierten, als weitere Besatzungsmacht in Deutschland, auf der Konferenz von Jalta verbunden. Schon zu Ende des 2. Weltkriegs hatte er die Nachkriegsordnung Frankreichs und Europas fest im Blick. So erreichte Frankreich auf sein Bestreben hin bereits am 16. Mai 1945 die Aufnahme als ständiges Mitglied in den Weltsicherheitsrat der UNO. 1946 präsentierte er seine politischen Visionen einer Neuorganisation Frankreichs, was die Schaffung eines modernen, staatlichen Sozialsystems und die Einführung des Frauenwahlrechts beinhaltete. Am 13. November 1945 wurde er zum Ministerpräsidenten der provisorischen Regierung ernannt, trat aber schon am 20. Januar 1946 zurück, weil er die Meinungsverschiedenheit im Parlament mit der Mehrheit von Sozialdemokraten und Kommunisten nicht ausräumen konnte. Auch missfiel ihm die neue Verfassung, die eine Stärkung der Nationalversammlung vorsah. Er wollte einen starken Staatspräsidenten der Republik. Nach Gründung einer eigenen Partei, Rassemblement du Peuple Francais (RPF), die wir heute allgemein als Gaullisten bezeichnen, versuchte er in den nächsten Jahren eine neue Verfassung auf den Weg zu bringen. Als dies misslang, zog er sich 1953 ins Privatleben zurück. Doch in Folge einer Staatskrise, die aus der Niederlage in Indochina (Vietnam) und des Algerienkrieges entstand, wurde er 1958 zum Ministerpräsidenten nominiert.

Das Parlament wählte ihn und stattete ihn für sechs Monate mit geforderten weitreichenden Notstandsbefugnissen aus. Er nutzte die Zeit um eine neue Verfassung auf den Weg zu bringen und vom Volk in einem Referendum beschließen zu lassen. Die Verfassung wurde mit 83% der Stimmen angenommen, wodurch das Staatsgebilde Frankreichs entstand, das wir heute die fünfte Republik nennen. Im November 1958 gewann er die Parlamentswahlen und erhielt eine komfortable Mehrheit. Er wurde noch im gleichen Jahr, in indirekter Wahl, mit 78% der Stimmen im Parlament zum Staatspräsidenten gewählt. Er ergriff sofort entscheidende Maßnahmen, um das Land auf einen neuen Weg zu bringen. Es wurde eine Währungsreform durchgeführt, ein neuer Franc wurde für 100 alte Franc getauscht. Durch eine weitere Verfassungsänderung setzte er die Direktwahl des Präsidenten durch das Volk durch, was die Stellung und die Machtfülle in diesem Amt immens stärkte. Ein gleich wichtiges Ziel war für ihn das „Europa der Vaterländer“, das vom Atlantik bis zum Ural reichen sollte, aber Großbritannien ausschloss. Die Insel hielt er immer für einen Erfüllungsgehilfen der USA. Im deutschen Bundeskanzler Konrad Adenauer fand er dabei einen kongenialen Partner für das gemeinsam angestrebte Europa. Schon 1958 gab es eine erste Zusammenkunft in Colombey-les-deux-Eglises zwischen den beiden Staatsmännern. Dabei ist zu bemerken, dass Adenauer der einzige ausländische Regierungschef war, der je in „La Boisserie“, der Privatresidenz de Gaulles übernachtet hat. Das Zusammentreffen dieser beiden Politiker und das große Verständnis füreinander, das aus einer gemeinsamen katholisch-konservativen Weltsicht entstand, ist ein großer Glücksfall für unsere beiden Völker. Endlich konnte der jahrhundertealte Hass und Revanchismus beseitigt werden. In vielen kleinen Schritten, die mit der Weiterentwicklung der Europäischen Wirtschaft Gemeinschaft (EWG) einher-ging, wurde die Neuorganisierung Europas und Nato 1960 in Rambouillet beschlossen. Es hätte auch anders ausgehen können, denn Charles de Gaulles entging am 22. August 1962 nur knapp einem Attentat. Die Attentäter der OAS (Organisation der geheimen Armee), diese Bestand aus vielen enttäuschten Soldaten des Algerienkrieges, hatten Kommunikationsschwierigkeiten. Der Anschlag misslang, das Präsidentenpaar entkam nur knapp, einige Kugeln verfehlten sie nur um Zentimeter. Dieses Ereignis wurde von Frederick Forsyth unter dem Titel „Der Schakal“ als Roman herausgebracht und 1973 verfilmt. Am 22. Januar 1963 wurde der „Vertrag über die deutsch-französische Zusammenarbeit zwischen der französischen Republik und der Bundesrepublik Deutschland, auch Elysée-Vertrag genannt, unterzeichnet. Es ist vor 50 Jahren ein Grundstein für die deutsch-französische Freundschaft gelegt worden. An diesen Vertrag erinnert die Ehrung für Charles de Gaulle.

Aber warum gerade diese Brücke, werden sich viele fragen. Nun, über sie ist vor nicht allzu langer Zeit berichtet worden, ob ihre Substanz und Standfestigkeit gewährleistet ist. Dieser kleine Nachsatz sei uns erlaubt. Die Brücke symbolisiert auch den derzeitigen Zustand der deutsch-französischen Beziehungen. Ein bisschen marode, weil in der Politik die großen Europäerinnen und Europäer fehlen, aber nicht einsturzgefährdet, weil die Substanz, die wirklich große Menschen geschaffen haben, noch stabil ist. Wir konnten leider nur einige Schlaglichter im Leben des Charles de Gaulle aufzeigen. Wenn Sie sich umfassender informieren möchten, dann lesen Sie unter anderem die Quellen: http://de.wikipedia.org/wiki/Charles_de_Gaulle http://www.charles-de-gaulle.de/chronologie der-deutsch-französischen-beziehungen

Terminvorschau

Jahreshauptversammlung      

Mittwoch, 25. Juli 2018, 19:00 Uhr

 

Sportheim SG Nürnberg/Fürth

Regelsbacher Straße 56, 90431 Nürnberg

 

     
 

Tagesordnung 

1. Begrüßung

2. Bericht des 1. Vorsitzenden und Erklärung

3. Bericht des Kassenverwalters

4. Bericht der Kassenrevision

5. Aussprache zu Top 2 bis 4

6. Entlastung des Vorstandes und des Kassenverwalters

7. Wahl eines Wahlvorstandes

8. Beschlussfassung über das Budget 2018

9. Beschlussfassung über Anträge

10. Verschiedenes

 

Anträge zur Jahreshauptversammlung können bis zum 22.07.2018 beim Vorstand eingereicht werden.

Nächsten Sitzungstermine

Mi Okt 31 @19:30 - 09:00PM
Arbeitsgruppe Medien
Mo Nov 12 @20:00 - 10:00PM
Vorstandssitzung

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