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Scheinfelder Straße

Die Scheinfelder Straße gibt uns nicht nur einen Anlass, um in den gleichnamigen Ort, gelegen im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim, einzutauchen. Gleichzeitig bietet sich auch die wunderbare Gelegenheit, ein paar Worte über das Schloss Schwarzenberg bzw. die gleichnamige Eigentümerfamilie zu verlieren, ein fränkisches und böhmisches Adelsgeschlecht, das dem europäischen Hochadel zugerechnet wird und mit Karel Schwarzenberg sogar einen Außenminister der Tschechischen Republik stellte. Und auch von einem Vampir in der Dynastie ist die Rede.

 

Ursprungsname Scegifeldum

Scheinfeld wird zum ersten Mal im 8. Jahrhundert in mehreren Quellen erwähnt. Es heiß, dass der ursprüngliche Name Scegifeldum „zu den spitz zulaufenden Feldern oder zu den Feldern eines Skago“ bedeutete. Erst im Jahre 1415 erhält Scheinfeld das Stadtrecht und -wappen von Kaiser Sigismund und damit die Privilegien einer freien Reichsstadt, darunter das Recht auf vollständige Gerichtsbarkeit, Ernennung von Gemeindebediensteten sowie die Steuerfreiheit. In dieser Zeit wird die Stadt auch befestigt. Von den Befestigungsanlagen, die im Laufe der Jahrhunderte oft um- und ausgebaut wurden, sind heute noch Reste der Stadtmauer und der Obere Torturm erhalten.

Im Jahre 1524 wird Scheinfeld durch den Übertritt des Fürsten Johann des Starken zum neuen Glauben protestantisch, allerdings erbt schließlich die katholische Linie die Herrschaft. Nachdem es in Religionsfragen immer wieder Auseinandersetzungen mit den protestantischen Brandenburger Lehensherren gibt, kann Fürst Georg Ludwig von Schwarzenberg 1627 schließlich die Gegenreformation abschließen.

Im 30jährigen Krieg leidet die Stadt unter wiederholten Plünderungen durch kaiserliche und schwedische Truppen. Von 1631 bis 1634 ist Scheinfeld sogar unter schwedischer Herrschaft, bis sich die Eigentumsverhältnisse erneut verändern. Nach den napoleonischen Kriegen kommt Scheinfeld 1805 zu Bayern und wird Kreisstadt im Rezatkreis (später Regierungsbezirk Mittelfranken). 1866 übernehmen wiederum die Franziskaner-Minoriten das Kloster, in dem sie bis heute noch tätig sind.

Nach Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 gehört Scheinfeld zunächst zur amerikanischen Besatzungszone. Dort richtet die amerikanische Militärverwaltung ein DP-Lager zur Unterbringung von Vertriebenen ein, die meisten stammen aus Litauen. Das Lager wird von der United Nations Relief and Rehabilitation Administration, der Nothilfe- und Wiederaufbauverwaltung der Vereinten Nationen, bis zur Auflösung im Jahre 1949 betreut. Das Lager hat auch heute noch insofern Bedeutung, als dass Teile des Lagers heute noch Bestandteile des Altbaus des Scheinfelder Gymnasiums sowie die Scheinfelder Stadthalle namens Wolfgang-Graf-Halle bilden.

Gleichzeitig beginnt nach dem Zweiten Weltkrieg Scheinfelds Entwicklung zur Schulstadt. Im Jahre 1946 wird das Gymnasium Scheinfeld, damals Oberrealschule, gegründet. 1951 folgt das Landschulheim der Mathilde-Zimmer-Stiftung in Schwarzenberg, welches nun eine Real- und Fachoberschule beheimatet. Auch die Franziskaner-Minoriten entwickeln nach 1968 eine weithin bekannte Seminar- und Tagungsstätte, das "Bildungshaus Kloster Schwarzenberg".

Bis zum 30. Juni 1972 ist Scheinfeld Zentralort des gleichnamigen Landkreises, heute touristisches Informationszentrum für den gesamten Steigerwald, Schulzentrum, und Standort einiger mittelständischer Unternehmen. Scheinfeld hat ein reges kulturelles Leben, Freizeiteinrichtungen und liegt in einer reizvollen landschaftlichen Umgebung.

 

Schloss Schwarzenberg und der Einfluss des Hochadels

Das Schloss Schwarzenberg erscheint urkundlich zum ersten Mal 1258, damit rund 500 Jahre später als die Nennung Scheinfelds. Ein "Bertholdus von Schwarzenburg" wird allerdings schon im 12. Jahrhundert erwähnt. Sicher ist zugleich auch, dass an gleicher Stelle schon früher eine Burg stand, wenn auch schriftliche Belege fehlen.

Im 15. Jahrhundert erwirbt Erkinger von Seinsheim, dem gleichnamigen Geschlecht entstammend, das Schloss Schwarzenberg, und nennt sich fortan Freiherr zu Schwarzenberg. Zu dieser Zeit besitzt die Familie bereits einige Höfe in Böhmen. Es ist auch Erkinger von Seinsheim, der auf Kaiser Sigismund einwirkt, um Scheinfeld das Stadtrecht zu verleihen. Ende des 16. Jahrhunderts schließlich werden die Schwarzenberger mit Adolf von Schwarzenberg zu Reichsgrafen ernannt und 1670 mit Johann Adolf von Schwarzenberg zu Reichsfürsten. Durch mehrere Erbschaften und Eheschließungen erweitert die Familie ihren Einflussbereich merklich. So erbt beispielsweise Georg Ludwig Reichsgraf von Schwarzenberg im Jahre 1623 das Renaissanceschloß Obermurau, mitsamt dessen großen Forstbesitz von rd. 18.000 ha, was auch heutzutage noch in Familienbesitz ist. Ferner erbt Marie Ernestine Reichsgräfin zu Schwarzenberg 1710 nach dem Tod Johann Christians von Eggenberg, der selbst aus einem österreichischen Adelsgeschlecht stammt, die böhmischen Herrschaften Krumau und Nettolitz. Im 18. Jahrhundert erwirbt das Haus der Schwarzenberger den früheren Besitz der bedeutenden böhmischen Grafen von Rosenberg (Rožmberk), unter anderem Schloss Wittingau (Trebon). Und in Prag besitzt die Familie seit 1719 sogar das Palais Schwarzenberg und seit 1716 das Palais Schwarzenberg am Schwarzenbergplatz in Wien. Das Adelsgeschlecht ist dabei stets bestrebt, auf ihren neu erworbenen Gütern die Ländereien im Sinne der Vorbesitzer weiter zu kultivieren und zu pflegen. Sie führten sogar neue Technologien in der Landwirtschaft ein, z. B. der Schwarzenbergsche Schwemmkanal.

Von Außenministern und Blutsaugern

Ab Ende des 18. Jahrhunderts bestehen zwei Linien des Hauses Schwarzenberg, auf der einen Seite mit Josef II. als erstem Majoratsherrn, auf der anderen Seite Karl I. Philipp als erstem Majoratsherren. Da die Primogeniturlinie (Erstgeborenen-Nachfolgeordnung) nach Heinrich keine männlichen Nachkommen hatte, adoptiert dieser den Erben der Sekundogenitur (vom Zweitgeborenen oder einem weiteren Nachgeborenen eines adeligen Hauses begründete Nebenlinie), Karl zu Schwarzenberg, wodurch die beiden Majorate 1979 wieder vereint werden. 

Die männlichen Mitglieder des Adelsgeschlechts waren meist Soldaten, Kirchenwürdenträger, unter anderem auch Prager Erzbischöfe, Unternehmer und Kunstsammler oder Politiker, die bis heute rege in der Öffentlichkeit wirken. Ein Berühmter von ihnen ist z. B. Karl VII. zu Schwarzenberg (Karel Schwarzenberg), der von 2007 bis 2009 und dann ab 2010 bis 2013 Außenminister der Tschechischen Republik war. Schwarzenberg ist zugleich das Familienoberhaupt des historischen Fürstenhauses Schwarzenberg.

Auch eine eher kuriose Überlieferung reiht sich in die historische Auseinandersetzung um das Adelsgeschlecht: Einem regionalen Volksaberglauben zufolge soll Eleonore von Schwarzenberg, geboren 1682 und im Jahre 1741 verstorben, ihr Unwesen als Vampir getrieben haben. Über das Leben der Gemahlin von Fürst Adam Franz wurde 2007 sogar ein Dokumentarfilm mit dem Titel „Die Vampirprinzessin“ produziert, ausgestrahlt auf Arte und ORF!

Das Archiv der Herrschaft Scheinfeld der Fürsten zu Schwarzenberg gehört zu den größten Regionalarchiven Mittelfrankens. Das Archivgut von etwa 800 laufenden Metern, besteht aus etwa 3500 Urkunden, darunter zahlreiche Königs- und Fürstenurkunden, sowie 1500 Amtsbücher, tausende Rechnungsbände und Akten. Das Archiv wurde kurz vor Ende des Zweiten Weltkrieges nach Böhmen verlegt, um es vor Beschädigungen durch Luftangriffe im Zweiten Weltkrieg zu bewahren. Die Rückführung und Übergabe an das Stadtarchiv Nürnberg folgte nach Jahrzehntelangen Bemühungen erst im Jahre 2011.

Über das Adelsgeschlecht lassen sich geradezu „Bände schreiben“, doch dafür reicht uns der Platz nicht aus. Wer sich weiter informieren möchte, den erwartet eine breite Auswahl an Literatur. Eine gute Übersicht der Quellen findet sich bereits im Wikipedia-Artikel „Schwarzenberg“, dazu auch zahlreiche Informationen über weitere berühmte Persönlichkeiten der Line.

Terminvorschau

Jahreshauptversammlung      

Mittwoch, 27. Juli 2016, 19:00 Uhr

 

Sportheim SG Nürnberg/Fürth

Regelsbacher Straße 56, 90431 Nürnberg

 

     
 

Tagesordnung 

1. Begrüßung

2. Bericht des 1. Vorsitzenden und Erklärung

3. Bericht des Kassenverwalters

4. Bericht der Kassenrevision

5. Aussprache zu Top 2 bis 4

6. Entlastung des Vorstandes und des Kassenverwalters

7. Wahl eines Wahlvorstandes

8. Nachwahl des Vorstandes - 2. Vorsitzende(r)

9. Beschlussfassung über das Budget 2016

10. Beschlussfassung über Anträge

11. Verschiedenes

 

Anträge zur Jahreshauptversammlung können bis zum 25.07.2016 beim Vorstand eingereicht werden.

 

Nächsten Sitzungstermine

Mi Apr 25 @19:30 - 09:00PM
Arbeitsgruppe Medien
Mo Mai 14 @20:00 - 10:00PM
Vorstandssitzung

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