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Gerhard-Hauptmann-Straße

In dieser Herbstausgabe der WestInfo kommen wir auf einen Nobelpreisträger zu sprechen, dem eine Straße im Vereinsgebiet ihren Namen verdankt: Gerhart Johann Robert Hauptmann, Dramatiker und Schriftsteller, der heute als einer der bedeutendsten, wenn nicht als der bedeutendste deutsche Vertreter der literarischen Strömung des Naturalismus gilt. Zu seinen berühmtesten Werken zählen unter anderem die Novelle „Bahnwärter Thiel“ (1888), das sozialkritische Drama „Von Sonnenaufgang“ (Theaterstück, 1889 Uraufführung), das gesellschaftskritische Drama „Die Weber“ (1892) und die Tragikomödie „Die Ratten“ (Theaterstück, 1911 Uraufführung).

Gerhart Hauptmann wird am 15. November 1862 im schlesischen Ober Salzbrunn als einer von drei Kindern der Hauptmanns geboren, seine Eltern Robert und Marie Hauptmann betreiben zu jener Zeit ein Hotel im Ort. 1886 besucht er die Dorfschule, ab 1876 die Realschule in Breslau. Allerdings kommt er mit der Art und Weise, wie der preußisch geprägte Schulalltag verläuft, nicht zurecht. Dies und einige körperliche Gebrechen führen dazu, dass er das er das erste Schuljahr wiederholen muss. Breslau selbst lernt er jedoch zu schätzen, vor allem durch die Möglichkeit, regelmäßig das dortige Theater besuchen zu können.

Im Frühjahr 1878 verlässt Gerhart Hauptmann die Realschule, um eine Landwirtschaftslehre bei seinem Onkel zu absolvieren. Allerdings kommt er dabei körperlich an seine Grenzen, zudem zieht er sich in dieser Zeit eine Lungenerkrankung zu, die ihm im weiteren Verlauf seines Lebens schwer zusetzen wird.

Erst Lehr- und Wanderjahre, dann Erfolg

1880 tritt Hauptmann in die Bildhauerklasse der Königlichen Kunst- und Gewerbeschule in Breslau ein, 1882 verlässt er sie jedoch wieder. Bei diesem einen kurzen Zwischenstopp in Sachen Lehre/Ausbildung wird es zudem nicht bleiben. Marie Thiemann, die er bei der Hochzeit seines Bruders kennenlernt und ehelicht, unterstützt Gerhart Hauptmann fortan finanziell und ermöglicht es ihm schließlich, Philosophie und Literaturgeschichte in Jena zu studieren. Allerdings bricht er auch dieses Studium bald ab, stattdessen verschlägt es ihn 1883 nach Rom und er beginnt dort ein Kunststudium. Doch auch damit sind seine Lehr- und Wanderjahre noch nicht vorbei: So zieht es ihn nur kurz darauf nach Dresden, dann anschließend wieder nach Berlin, um sich dem Geschichtsstudium zu widmen. Und auch dieses schließt er nicht ab. Allerdings erhält in all der Zeit eines seine volle Aufmerksamkeit: Das Theater.

1889 lässt er sich mit seiner Frau Marie und seinen drei Söhnen, die er mit ihr hat, in Charlottenburg bei Berlin nieder. Dort nimmt er Kontakt mit dem naturalistischen Literaturverein „Durch“ auf. In den folgenden zwei Jahren lernt Gerhart Hauptmann zahlreiche Personen kennen, die ihn später prägen werden: Darunter Karl Bleibtreu, Sohn des Malers Georg Bleibtreu, der Naturprediger Johannes Guttzeit oder der Hirnforscher Auguste Forel, von dem beeinflusst Hauptmann sich für eine Zeit lang zum Lebensreformer und Abstinenzler wandelte. Auch das Theaterstück „Von Sonnenaufgang“ bleibt von dieser Verbindung nicht unberührt und beschert Hauptmann den Durchbruch als Dramatiker. Fortan schreibt Hauptmann zahlreiche berühmte Werke. Ab 1890 entstehen die Dramen „Das Friedensfest“, „Einsame Menschen“, „Der Biberpelz“ und „Die Weber“.

1893 bekommt die Ehe Hauptmanns Risse. Denn der Schriftsteller fühlt sich zu Margarete Marschalk hingezogen, die seine Geliebte wird. Kurz darauf zieht seine Frau zieht mit den drei Söhnen nach Dresden, und Gerhart Hauptmann lässt sich mit Margerete Marschalk, die er schließlich ehelicht und mit der er einen Sohn hat, im nördlichen Riesengebirge in Agnetdorf nieder. Die zweite Ehe hält zwar bis an sein Lebensende, doch aufgrund eines Liebesverhältnisses, das Hauptmann mit einer 16-jährigen Schauspielerin beginnt, kommt auch diese Ehe in eine ernste Krise.

 

Vom Krieg bis zur Machtergreifung

Trotz dessen, das Hauptmann mit seiner sozialkritischen Einstellung, die in seinen Werken deutlich sichtbar wird, nicht die Gust der Preußischen Obrigkeit – allen voran Kaiser Wilhelms – genießt (so wird z. B. eine Aufführung Hauptmanns in Breslau angesetzt, da das dort thematisierte Jubiläum der Befreiungskriege mit pazifistischen Akzenten versehen wurde) ist Hauptmann selbst zunächst einer derjenigen, die den Ersten Weltkrieg befürworten. Doch noch vor der militärischen Niederlage des Reichs und dem Sturz der Monarchie wandelt sich seine Euphorie in Kritik. In einer Erklärung, die 1918 im Berliner Tagblatt veröffentlicht wird, solidarisiert er sich mit der Republik. Während der Weimarer Republik gilt er bereits als der Repräsentant der deutschen Literatur schlechthin.

Während der Machtergreifung der Nationalsozialisten unterzeichnet Hauptmann zunächst eine Loyalitätsbekundung der Deutschen Akademie der Dichtung und beantragt auch die Mitgliedschaft in der NSDAP, allerding wird sein Antrag abgelehnt. Und trotz des erfolglosen Versuches, Mitglied der Partei zu werden, versteht Hauptmann sich selbst als überparteilicher Autor, zu dessen Werken die Nationalsozialisten selbst eine kritische Haltung einnahmen. So werden einige seiner Verfilmungen zensiert, eine Neuauflage von „Der Schluss im Park“ von Goebbels verboten, angeblich, weil aufgrund von Papiermangel kein Druck möglich sei. Die Politik der Nationalsozialisten gegenüber Hauptmann ähnelt jedoch insgesamt weiter einer Zuckerbrot-und-Peitsche-Strategie: Dadurch, dass er im In- und Ausland enormes Ansehen genießt und viele Künstler bereits das Land verlassen haben, versucht man, ihn im Lande zu halten. So kommt es zu seinem 80. Geburtstag zu zahlreichen Ehrungen und Jubiläumsfeiern, an denen auch Repräsentanten des Regimes anwesend sind. Hitler selbst nimmt ihn 1944 sogar auf die Sonderliste der sechs wichtigsten und unersetzlichen Künstler auf.

Fortan macht Hauptmann sein Lungenleiden immer mehr zu schaffen. Während des Luftangriffes auf Dresden verbringt er die Zeit in einem Sanatorium. Das Kriegsende erlebt Hauptmann in seinem Haus in Schlesien. Zwar durfte Hauptmann noch eine Weile dort bleiben, 1946 besteht die polnische Regierung jedoch auf seiner Ausreise. Am 6. Juni 1946 stirbt Hauptmann schließlich infolge einer Bronchitiserkrankung. Gegen seinen testamentarischen Willen wird er nicht in seiner Heimat, sondern auf dem Inselfriedhof in Kloster auf Hiddensee begraben.

Gerhart Hauptmann wird zwar eine zu geringe Distanzierung von den Nationalsozialisten angekreidet, das ändert aber nichts daran, dass er auch heutzutage als einer der wichtigsten und bedeutendsten deutschen Autoren und Sozialkritiker gilt. Zahlreiche Ehrungen und Preise erhielt er bereits zu seinen Lebzeiten.

So wurden Schulen und Straßen in vielen deutschen Städten nach ihm benannt, auch Theater und sogar ein Einschlagkrater auf dem Merkur tragen seinen Namen. Außerdem erhielt er mehrere Ehrendoktorwürden, z. B. der Universität Columbia (New York), der Universität Prag, und neben dem Nobelpreis für Literatur 1912 auch den Königlich Bayerischen Maximiliansorden.

Terminvorschau

Jahreshauptversammlung      

Mittwoch, 27. Juli 2016, 19:00 Uhr

 

Sportheim SG Nürnberg/Fürth

Regelsbacher Straße 56, 90431 Nürnberg

 

     
 

Tagesordnung 

1. Begrüßung

2. Bericht des 1. Vorsitzenden und Erklärung

3. Bericht des Kassenverwalters

4. Bericht der Kassenrevision

5. Aussprache zu Top 2 bis 4

6. Entlastung des Vorstandes und des Kassenverwalters

7. Wahl eines Wahlvorstandes

8. Nachwahl des Vorstandes - 2. Vorsitzende(r)

9. Beschlussfassung über das Budget 2016

10. Beschlussfassung über Anträge

11. Verschiedenes

 

Anträge zur Jahreshauptversammlung können bis zum 25.07.2016 beim Vorstand eingereicht werden.

 

Nächsten Sitzungstermine

Mi Apr 25 @19:30 - 09:00PM
Arbeitsgruppe Medien
Mo Mai 14 @20:00 - 10:00PM
Vorstandssitzung

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