Freitag, 17 August 2018

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Vershofen Straße

In der heutigen Ausgabe der WestInfo kommen wir auf eine weitere historische Persönlichkeit zu sprechen, der ein Straßenname im Vereinsgebiet gewidmet wurde: Wilhelm Vershofen, deutscher Wirtschaftswissenschaftler, Politiker und Schriftsteller. Außerdem war Vershofen maßgeblich an der Gründung der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) beteiligt und gilt auch heutzutage noch als „Vater der Marktforschung“.

Wilhelm Vershofen wird am 25. Dezember 1878 in Bonn geboren, er entstammt einer rheinischen Handwerkerfamilie. Zunächst besucht er die Schule in Bonn und in Oberlahnstein, dann das Deal College in der englische Grafschaft Kent, und schließlich die High Metropolitan School in London. Seine Gymnasialzeit beendet er 1901 dann wieder in Deutschland, Wiesbaden. Anschließend verschlägt es ihn in den Jahren 1901 bis 1906 zum Studium nach Jena, Bonn und München. Während seines Studiums widmet er sich zahlreichen wissenschaftlichen Disziplinen, darunter Germanistik, Philosophie, Kunstgeschichte und Volkswirtschaftslehre. 1904 wird er sogar in Bonn mit seiner Arbeit über Shakespeare zum Doktor der Philosophie promoviert.

Vielseitig aktiv

Nach seinem Studium entschließt Vershofen sich zunächst für den Lehrerberuf in Jena, dieser Tätigkeit geht er 12 Jahre lang nach. Doch schon früh wird er auch anderweitig tätig: 1912 gründet er den Bund der Werkleute auf Haus Nyland in Hopsten. Dabei handelte es sich um einen Künstlerbund, der bis 1925 bestand und programmatisch wirklichkeitsnahe Synthese von Imperialismus und Kultur, Industrie und Kunst anstrebte. Von 1912 bis 1914 gibt Vershofen außerdem gemeinsam mit seinem Schwager Josef Winckler, dem Schriftsteller, die Vierteljahresschrift Quadriga heraus, die von 1918 bis 1921 unter dem Titel „Nyland“ geführt wird. Damit gilt Vershofen neben Winckler als einer der Vorreiter der deutschen Industriedichtung.

1918 wird Vershofen Syndikus der Handelskammer Sonneberg. Während dieser Zeit regt er unter anderem die Bildung von Verbänden an. Schon ein Jahr später leitet er den Verband der deutschen Porzellanindustrie. Entscheidend war sein Entschluss, 1921 einen Lehrauftrag an der Handelshochschule Nürnberg anzunehmen. Denn 1924 wird er dort zum Ordinarius für Wirtschaftswissenschaften berufen, was ihm zusätzlich Ansehen verschafft. Vershofen reorganisiert die Forschungsorganisation dort und gibt ihr den Namen „Institut für Wirtschaftsbeobachtung der deutschen Fertigware“. Die wissenschaftlichen Schwerpunkte des Instituts liegen einerseits in der speziellen Marktforschung und andererseits in der Kostenforschung. Kein geringerer als Ludwig Erhard, der später erster Bundeswirtschaftsminister und schließlich zweiter Kanzler der Bundesrepublik Deutschland wird, ist zu jener Zeit sein wissenschaftlicher Assistent! 1934 wird schließlich auf seine Anregung und Vorarbeit hin die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) gegründet. Vershofen gilt damit als Begründer der modernen Marktforschung in Deutschland. 1940 entwickelt er außerdem das Nutzenschema zur Beschreibung der Bedeutung von Konsumgütern für den Konsumenten.

Wie viele Hochschuldozenten zu jener Zeit gehört auch Vershofen im November 1933 zu den Unterzeichnern des Bekenntnisses der Professoren an den deutschen Universitäten und Hochschulen zu Adolf Hitler und dem nationalsozialistischen Staat. Dass er die Ideologie unterstützte, darf bezweifelt werden, allein aus historischen Gründen: Denn 1919/20 war Vershofen Mitglied der Weimarer Nationalversammlung für die Deutsche Demokratische Partei, die zu Anfangszeiten der Weimarer Republik als eine linksliberal geprägte Partei galt. Vershofen stimmte außerdem im Gegensatz zur Mehrheit seiner Fraktionskollegen am 22. Juni 1919 für den Abschluss des Versailler Vertrages. Gerade dieser galt insbesondere in den Augen der meisten Vertreter konservativer Parteien, sowie für die Nationalsozialisten als eine große Schmach, auch die Mehrheit der deutschen Bevölkerung empfand den Vertrag illegitim und demütigend.

Nach dem Krieg unterrichtete Vershofen von 1946–1960 an der Universität Erlangen. Er verstarb schließlich am 30. April 1960 in Tiefenbach.

Nutzenschema der Nürnberger Schule

Mit dem Nutzenschema der Nürnberger Schule entwickelt Vershofen während seiner Hochschultätigkeit eine Theorie, die heutzutage in der wirtschaftswissenschaftlichen Forschung als klassischer Ansatz zur Beschreibung der Bedeutung von Konsumgütern für den Konsumenten gilt und weiterhin als gültig anerkannt wird. Die Theorie besagt, dass Produkte einen bestimmten Nutzen, den Grund- und den Zusatznutzen, für Konsumenten in sich bergen. Mit einfachen Worte lässt sich die Theorie folgendermaßen beschreiben (vereinfachte Darstellung): So liegt z. B. der Grundnutzen eines Automobils darin, eine Distanz überwinden zu können. Auf der anderen Seite bieten ein Auto aber auch einen psychologischen Zusatznutzen, so kann ein Wagen beispielsweise dem einen oder anderen Besitzer auch noch den „Geltungsnutzen“, also Prestige, bieten.

Wer mehr über Wilhelm Vershoven erfahren möchte, hier einige Quellen:

Vershofen, Wilhelm: Handbuch der Verbrauchsforschung. Berlin 1940

http://www.munzinger.de/search/portrait/Wilhelm +Vershofen/0/2319.html (Abgerufen am 01.12.2014)

http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Vershofen

(Abgerufen am 01.12.2014)

http://de.wikipedia.org/wiki/Nutzenschema_der_N%C3%BCrnberger_Schule (Abger. am 30.11.2014)

http://www.fundinguniverse.com/company-histories/gfk-aktiengesellschaft-history/ (Abger. am 30.11.2014)

Terminvorschau

Jahreshauptversammlung      

Mittwoch, 25. Juli 2018, 19:00 Uhr

 

Sportheim SG Nürnberg/Fürth

Regelsbacher Straße 56, 90431 Nürnberg

 

     
 

Tagesordnung 

1. Begrüßung

2. Bericht des 1. Vorsitzenden und Erklärung

3. Bericht des Kassenverwalters

4. Bericht der Kassenrevision

5. Aussprache zu Top 2 bis 4

6. Entlastung des Vorstandes und des Kassenverwalters

7. Wahl eines Wahlvorstandes

8. Beschlussfassung über das Budget 2018

9. Beschlussfassung über Anträge

10. Verschiedenes

 

Anträge zur Jahreshauptversammlung können bis zum 22.07.2018 beim Vorstand eingereicht werden.

Nächsten Sitzungstermine

Mi Aug 29 @19:30 - 09:00PM
Arbeitsgruppe Medien
Mo Sep 10 @20:00 - 10:00PM
Vorstandssitzung

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