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Marconistraße

In unserer Herbstausgabe der WestInfo nehmen wir im Rahmen der Straßennamen nun wieder eine weitere, historische Persönlichkeit ins Visier: Guglielmo Marconi, der Pionier in Sachen Telegrafie. Der Italiener, der auch den Nobelpreis in Physik erhielt, hat mit seinen Erfindungen maßgeblich die weltweite technische Entwicklung beeinflusst.

Guglielmo Marconi wird am 25. April 1874 als zweiter Sohn des italienischen Landbesitzers Giuseppe Marconi in Bologna geboren. Er wächst in wohlhabenden Verhältnissen auf und erhält größtenteils eine private Ausbildung. Dabei verschlägt es ihn auch nach Florenz und Livorno. Schon als junger Mann interessiert er sich für Physik und Elektrizität. Dabei befasst er sich unter anderem mit den Arbeiten von James Clerk Maxwell, auch bekannt für die Maxwellschen Gleichungen und für die Veröffentlichung der ersten Farbfotografie, und für Heinrich Herz, dem bekannten deutschen Physiker, der den Beweis für die Existenz elektromagnetischer Wellen brachte. Am 16. März 1905 geht Marconi den Bund der Ehe ein – seine Auserwählte ist Beatrice O'Brien. Aus der Ehe stammen drei Kinder, die Töchter Degna und Gioia und der Sohn Giulio. Allerdings kommt es im Jahre 1924 zur Scheidung. Doch drei Jahre später heiratet Marconi erneut. Seine Auserkorene ist diesmal Maria Cristina Bezzi Scali, die ihm 1930 seine Tochter Maria Elettra Elena Anna schenkt. Dabei ist Marconi bei seiner zweiten Heirat mit 52 Jahren schon fast doppelt so alt wie seine zweite Ehefrau. Am 19. Juli 1937 erleidet Marconi in Rom schließlich einen Schlaganfall, dem er am Folgetag erliegt. Mit einem Staatsakt wird er zunächst in Rom beigesetzt. Nach der Fertigstellung eines Mausoleums am Familienstammsitz im Oktober 1941, der Villa Griffone in Pontecchio bei Bologna, wird Marconi dorthin überführt. Marconis zweite Frau verstirbt hingegen erst im Jahre 1994.

Krieg und Karriere

Im Ersten Weltkrieg ist auch Marconi im Militär aktiv und in seiner Funktion als Leutnant insbesondere auf diversen diplomatischen Missionen in Frankreich und den USA unterwegs. Weniger Ruhmreich aus heutiger Sicht: nach dem Ersten Weltkrieg, im Jahr 1923, tritt er der Partito Nazionale Fascista bei, der von Mussolini gegründeten faschistischen Partei, was sich neben seinen erfinderischen Leistungen im Nachhinein betrachtet ebenfalls auf seine wissenschaftliche Karriere in Italien ausgewirkt haben dürfte. So wird Marconi im Jahr 1928 Präsident des italienischen Nationalrates für Wissenschaften, und ein Jahr später hebt König Viktor Emanuel III Marconi in den Adelsstand. 1930 wird Marconi schließlich Präsident der Königlich Italienischen Akademie, der 1603 gegründeten, ersten privaten Institution zur Förderung der Naturwissenschaften. Als Präsident der Akademie ist Marconi zugleich auch Mitglied des Faschistischen Großrates, der im faschistischen Italien das höchste politische Gremium, abgesehen vom König, darstellt. 1931 wird Marconi zudem Mitglied der vatikanischen Pontifikal-Akademie der Wissenschaften. Nichtsdestotrotz wird er auch heutzutage noch vor allem wegen seiner wissenschaftlichen Leistungen weltweit geschätzt.

Bahnbrechende Errungenschaften

Marconi beginnt schon sehr früh mit seinen ersten Experimenten. Sein Labor richtet er zunächst auf dem Landgut seines Vaters bei Bologna ein. Im Alter von 20 Jahren gelingt es ihm, Funkwellen quer durch den Raum zu senden und damit eine elektrische Klingel zum Läuten zu bringen. Im Sommer des Jahres 1895 stellt er einige seiner ersten Versuche zum Versand von Funkwellen über 2,5 km Entfernung in den Schweizer Alpen an. Ein Jahr später baut Marconi ein Gerät zur Aufspürung und Registrierung elektrischer Schwingungen von Alexander Stepanowitsch Popow, einem ebenfalls berühmten Physiker, nach, und lässt dieses im Juni 1896 noch vor Popow patentieren.

Nur wenige Jahre später beschließt Marconi, sein Labor auf die Kreideklippen der Isle of Wight zu verlegen. 1897 – manche Quellen nennen das Jahr 1899 – gründet er das Unternehmen Marconi's Wireless Telegraph Company Ltd. mit Sitz in London. Noch im selben Jahr gelingt ihm die erste drahtlose Verbindung über den Ärmelkanal vom South Foreland Lighthouse (Leuchtturm von South Foreland) bei Dover bis nach Wimereux, einem kleinen Badeort in Frankreich. Schließlich beabsichtigt Marconi, über den Nordatlantik zu telegrafieren. Die meisten Fachleute dieser Zeit halten das für nahezu unmöglich, denn fälschlicherweise glaubte man damals, dass sich Funkwellen ähnlich wie Licht ausbreiten würden, und es aufgrund der Erdkrümmung kaum möglich wäre, Signale jenseits des Horizonts zu empfangen. Dass sich Radiowellen geradlinig ausbreiten und über eine Luftschicht zur Erde reflektiert werden, ahnte damals niemand, auch Marconi nicht.

Von England nach Neufundland

Trotzdem wagt Marconi einen Versuch. Mit langen Drahtantennen und immer besseren Funksendern und Empfängern gelingt es ihm, die Reichweite auf 300 Kilometer auszudehnen. Er errichtet für sein Experiment an der englischen Westküste einen riesigen Funksender mit 70 Meter hohen Antennenmasten. Um zu überprüfen, ob die ausgesandten Signale die notwendige Reichweite erzielen, fährt er nach Neufundland in Kanada. Dort lässt er einen Drachen hundert Meter hoch steigen, an dem ein mit einem Empfänger ausgestatteter Antennendraht befestigt ist. Und tatsächlich – am 12. Dezember 1901 - gelingt schließlich der erste transatlantische Funkempfang eines Signals aus Poldhu auf der Halbinsel The Lizard in Cornwall zu dem Signal Hill bei St. John's in Neufundland. Im folgenden Jahr kann Marconi Testnachrichten in beide Richtungen über den Atlantischen Ozean übertragen, was er aber hauptsächlich noch heimlich tut. Noch im gleichen Jahr gründet er die American Marconi Wireless Corporation mit Sitz in New York. Am 18. Januar 1903 ist es dann soweit: Die erste öffentliche transatlantische Kommunikation gelingt. Marconi tauscht von der Marconi Wireless Station in Cape Cod, Massachusetts, Grußbotschaften zwischen US-Präsident Theodore Roosevelt und dem König von England, Eduard VII. aus. Das System wird dann sogar von der Kriegsmarine übernommen. Auch von der südwestirischen Mizen-Halbinsel kommuniziert Marconi mit dem vorbeifahrenden Schiffsverkehr auf dem Atlantik. Gleichzeitig geschieht 1903 auch etwas anderes, das auch als „erster Hack der Geschichte“ bezeichnet wird. Neville Maskelyne, ein britischer Bühnenzauberer und Erfinder, behauptet, Marconis Telegrafentechnik wäre nicht abhörsicher, und forderte Marconi öffentlich heraus. Bei einer öffentlichen Demonstration gelingt es Maskelyne, in die Funkübertragung von Marconi einzugreifen und damit eine Sicherheitslücke zu offenbaren, was Marconi zu diesem Zeitpunkt in aller Öffentlichkeit bis auf die Knochen blamiert. Dennoch kann dies Marconi nicht von der Erfolgsspur abbringen. Für seine Errungenschaften erhält er im Jahr 1909 gemeinsam mit Ferdinand Braun den Physiknobelpreis. Und Marconi gelingt es in den Anfangstagen der drahtlosen Nachrichtentechnik zur See fast, ein Weltmonopol zu errichten, trotz der Sicherheitslücken, die öffentlich bekannt sind. Gegenspieler in der Technik sind zu der Zeit vor allem deutsche Entwicklungen von Ferdinand Braun und Adolf Slaby, der wiederum die deutsche Kriegsmarine mit seiner Technik ausstattet. Marconi gehört mit Papst Pius XI. und Giuseppe Gianfranceschi außerdem zu den Gründern des Radio Vatikan, das am 21. September 1930 seinen Betrieb aufnimmt.

Als Marconi 1937 stirbt, wird zu seinem Gedenken sämtlicher Funkverkehr für zwei Minuten ausgesetzt. In Würdigung seiner Leistungen ist unter anderem ein Mondkrater auf der Mondrückseite, und die Gemeinde Sasso Marconi, in der sich die Villa Griffoni-Marconi befindet, nach ihm benannt worden. Ebenso trägt der internationale Flughafen der italienischen Stadt Bologna seinen Namen. In Gedenken an Marconi wird zudem jährlich der Amateurfunk-Contest Marconi memorial contest ausgetragen. Und auch heute wird ein Funker in der italienischen Sprache als Marconista bezeichnet.

 

Weitere Informationen unter:

http://edoc.bbaw.de/volltexte/2007/353/pdf/221qMgILubtRU_353.pdf (Abgerufen am 20.08.2014)

www.wikipedia.org

http://www.spiegel.de/einestages/guglielmo-marconi-gehackt-von-einem-zauberer-a-947752.html (Abgerufen am 22.08.2014)

http://www.biography.com/people/guglielmo-marconi-9398611 (Abgerufen am 18.08.2014)

Terminvorschau

Jahreshauptversammlung      

Mittwoch, 25. Juli 2018, 19:00 Uhr

 

Sportheim SG Nürnberg/Fürth

Regelsbacher Straße 56, 90431 Nürnberg

 

     
 

Tagesordnung 

1. Begrüßung

2. Bericht des 1. Vorsitzenden und Erklärung

3. Bericht des Kassenverwalters

4. Bericht der Kassenrevision

5. Aussprache zu Top 2 bis 4

6. Entlastung des Vorstandes und des Kassenverwalters

7. Wahl eines Wahlvorstandes

8. Beschlussfassung über das Budget 2018

9. Beschlussfassung über Anträge

10. Verschiedenes

 

Anträge zur Jahreshauptversammlung können bis zum 22.07.2018 beim Vorstand eingereicht werden.

Nächsten Sitzungstermine

Mi Jun 27 @19:30 - 09:00PM
Arbeitsgruppe Medien
Mo Jul 09 @20:00 - 10:00PM
Vorstandssitzung

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