Sonntag, 22 April 2018

Intranet

Bitte melden Sie sich an, um in das Intranet zu gelangen.

Angemeldet bleiben

       

Finden Sie Ihr Thema

A+ R A-

Wenzelstraße

Er war nicht gerade eine Lichtgestalt, der Namensgeber der Wenzelstraße, der einst römisch-deutscher König war. Von einer königlichen Skandalnummer ist sogar die Rede. Dabei war es nicht nur die Beteiligung am bestialischen Mord an Johannes von Nepomuk im Jahre 1393, weshalb Wenzel von Luxemburg nicht gerade als Lichtgestalt gilt.

Eigentlich beste Startbedingungen

Wenzel von Luxemburg wird am 26. Februar 1361 in Nürnberg geboren. Er ist der älteste Sohn des berühmten Kaiser Karls IV., der zu den bedeutendsten Kaisern des Spätmittelalters sowie den einflussreichsten europäischen Herrschern jener Zeit zählt. Wenzels Mutter ist Anna von Schweidnitz, die aus dem Adelsgeschlecht der Schlesischen Piasten stammt. Schon seit frühester Kindheit ist Wenzel als Haupterbe Karls IV. vorgesehen. So stellt sein Vater ihm zwei historisch prominente Persönlichkeiten als Erzieher zur Seite, darunter Ernst von Pardubitz, und Johann Očko von Wlašim, Bischof von Prag, der gleichzeitig Berater Karls des IV. ist. Damit erhält Wenzel eigentlich beste Voraussetzungen für eine in Zukunft erfolgreiche Regentschaft. Die ersten Lebensjahre verlaufen beinahe schon „musterhaft“: So wird Wenzel bereits im Alter von zwei Jahren und vier Monaten zum König von Böhmen gekrönt. Mühelos werden ihm auch weitere Ehren zu Teil: So wird er rasch auch Markgraf von Brandenburg, Herzog von Schlesien und Markgraf der Lausitz. Und bereits ab 1372 begleitet er seinen Vater Karl IV. oft auf dessen langen Reisen, wodurch er schon sehr früh die Gelegenheit bekommt, in die politische Praxis einzutauchen.

Dabei fördert Karl der IV. seinen Sohn zusätzlich auch mit finanziellen Mitteln, er erkauft ihm das Wohlwollen der Kurfürsten, wodurch sich die Luxemburger sogar verschulden. Das hat letztendlich Einfluss darauf, dass der junge Wenzel noch zu Lebzeiten seines Vaters Karls IV. am 10. Juni 1376, mit gerade einmal 15 Jahren, zum römischen König gewählt wird. Die offizielle Krönung erfolgt nur einen Monat später in Aachen. Mit dem Tod Karls IV. 1378 wird Wenzel als römisch deutscher König schließlich Nachfolger seines Vaters im Heiligen Römischen Reich. Noch zu seiner Lebenszeit beauftragt Karl IV. Wenzel mit verschiedenen Verpflichtungen im Reich, besonders mit der Schlichtung des Streits zwischen dem Schwäbischen Städtebund und den Fürsten.

Trotz frühkindlicher Förderung kein glückliches Regentenhändchen

Zwar ist Wenzel im böhmischen Kernland zunächst recht erfolgreich und kann einige diplomatische Erfolge, darunter ein Bündnis mit Frankreich, vorweisen. Aber die inneren Spannungen im Reich bestehen weiter. So hat er in den Auseinandersetzungen mit der Kirche, dem sogenannten Abendländischen Schisma, und den Konflikten zwischen den Reichsstädtebünden keine glückliche Hand. Es gelingt ihm zunächst noch, verschiedene Landfriedensbünde zu vermitteln, insgesamt kann er die von seinem Vater aufgetragene Aufgabe jedoch nicht erfüllen. So kommt es zu Kampfhandlungen mit einem süddeutschen Städtebund, als Wenzel den Habsburgern die schwäbischen Landvogteien übertragen will. 1383 kommt Wenzel nach Nürnberg, doch will der Städtebund den von ihm verordneten Landfrieden, der die Einteilung des Reiches in Kreise vorsah, nicht anerkennen. Mit dem Landfrieden von Eger stelle er sich auf die Seite der Fürsten, aber gegen die städtischen Bünde. Was ihm in Böhmen einigermaßen gelingt, nämlich die Ordnung aufrechtzuerhalten, misslingt ihm schließlich in Deutschland. Wenzel kümmert sich dann auch selbst immer weniger um die inneren Angelegenheiten des Reiches.

Wenig ruhmreiches Verhalten

Es heißt, dass Wenzel sich wiederholt um die Kaiserkrone (zuerst bereits 1380) bemühte. Andere Quellen wiederum behaupten, dass er nie wirklich Bestrebungen unternahm, die Krone zu erhalten. Wenzel soll lieber auf die Jagd gegangen sein und sich immer mehr mit dem sogenannten niederen Adeln und dem Bürgertum umgeben haben. Bei seiner Lieblingsbeschäftigung, dem Jagen, kommt es 1386 sogar zur Katastrophe: Einer von Wenzels Jagdhunden fällt seine erste Frau, Johanna von Bayern, an und beißt sie zu Tode. Seit diesem Ereignis wandelt sich Wenzels Charakter zunehmend. Er verfällt dem Suff, wird träge und unberechenbar. Wegen seines Alkoholkonsums kommt es bei einem Treffen mit seinem französischen Amtskollegen sogar zu einem öffentlichen Eklat. 1393 zerstreitet er sich auch noch mit dem von der Pest genesenen Prager Erzbischof Johann von Jenstein, einst seinem besten Freund und Hofkanzler. In seiner Wut lässt Wenzel einiger Berater des Bischofs verhaften und foltern, angeblich legt er dabei sogar selbst Hand an. Den Generalvikar Johann von Nepomuk, der auch Beichtvater seiner Frau war, lässt er an ein Holzkreuz binden und am 20. März 1393 in der Moldau ertränken. Zuvor wird Nepomuk schwer gefoltert und in aller Öffentlichkeit durch die Straßen der Stadt geschleift. Auch in der Folgezeit benimmt sich Wenzel mehr und mehr wie ein Despot denn wie ein König. So sorgt er sogar dafür, dass ihn fortan stets ein Henker begleitet, den er „Gevatter“ nennt. Nach und nach formiert sich ich auch in Böhmen der Widerstand des Adels, der von der Unfähigkeit Wenzels und seiner Brutalität genug hat.

 

König ohne Krone – Wenzels letzten Jahre

Bereits Ende des 14. Jahrhunderts brechen innerhalb der Luxemburger Dynastie Machtkämpfe aus, angefacht durch Wenzels Cousin Jobst von Mähren. Dabei wird Wenzel sogar zwischenzeitlich einige Male gefangen genommen, und unter anderem im Weißen Turm der Prager Burg inhaftiert. Politisch versinkt das Deutsche Reich Anfang des 15. Jahrhunderts zunehmend in Anarchie. Mehrere Kurfürsten tun sich schließlich zusammen und wollen den weitgehend untätigen Wenzel aus dem Weg räumen. Am 20. August 1400 wird Wenzel schließlich als „unnützer, träger, unachtsamer Entgliederer und unwürdiger Inhaber des Heiligen Römischen Reiches“   von den Erzbischöfen von Mainz, Trier und Köln und Ruprecht, dem Pfalzgrafen bei Rhein, auf der Burg Lahneck in Oberlahnstein für abgesetzt erklärt, 1403 wird seine Absetzung als deutscher König auch vom Papst bestätigt. An seiner Stelle wird der Pfalzgraf Rupprecht zum König gewählt.

In seinen letzten Jahren regiert Wenzel noch in Böhmen, weiterhin geprägt von Eigensinnigkeit und Despotismus. Z.B. lässt er während dieser Zeit die Rechte der Prager Universität massiv beschneiden, weshalb zahlreiche Professoren und Studenten der Universität den Rücken kehren und der Lehrbetrieb zum Erliegen kommt. Als Wenzel dann noch mehrere Edikte gegen Hussiten, einer revolutionären Bewegung in Böhmen, ausgehend von Jan Hus, erlässt, spitzt sich die Lage zu und mündet schließlich in einem Aufruhr in der Prager Innenstadt am 30. Juli 1419. An diesem Tag stürmen mehrere Hussiten das Rathaus und werfen den Bürgermeister sowie mehrere königstreue Ratsherren aus dem Fenster („Prager Fensterwurf“). Wenzel ist darüber so bestürzt, dass er schließlich einen Schlaganfall erleidet und am 16. August 1416 verstirb.

Wenzel verkörpert mit seinem Wirken den Tiefpunkt des deutschen Königtums, in diesem Sinne ging er in die Geschichte ein, als „der Faule“.

Quellen:

http://www.manfred-hiebl.de/genealogie-mittelalter/deutschland_koenige_2/wenzel_deutscher_koenig_1419_luxemburger/wenzel_von_luxemburg_deutscher_koenig_+_1419.html, abgerufen am 14. Mai 2014

http://www.kai-homilius-verlag.de/vp/0.6/documents/9783897069121_33.pdf, abgerufen am 14. Mai 2014, Ebenda, abgerufen am 16. Mai 2014

http://de.wikipedia.org/wiki/Wenzel_%28HRR%29, abgerufen am 17. Mai 2014

http://www.domradio.de/nachrichten/2011-02-25/koenig-wenzel-der-faule-ein-ueberforderter-herrscher, abgerufen am 20. Mai 2014.

Terminvorschau

Jahreshauptversammlung      

Mittwoch, 27. Juli 2016, 19:00 Uhr

 

Sportheim SG Nürnberg/Fürth

Regelsbacher Straße 56, 90431 Nürnberg

 

     
 

Tagesordnung 

1. Begrüßung

2. Bericht des 1. Vorsitzenden und Erklärung

3. Bericht des Kassenverwalters

4. Bericht der Kassenrevision

5. Aussprache zu Top 2 bis 4

6. Entlastung des Vorstandes und des Kassenverwalters

7. Wahl eines Wahlvorstandes

8. Nachwahl des Vorstandes - 2. Vorsitzende(r)

9. Beschlussfassung über das Budget 2016

10. Beschlussfassung über Anträge

11. Verschiedenes

 

Anträge zur Jahreshauptversammlung können bis zum 25.07.2016 beim Vorstand eingereicht werden.

 

Nächsten Sitzungstermine

Mi Apr 25 @19:30 - 09:00PM
Arbeitsgruppe Medien
Mo Mai 14 @20:00 - 10:00PM
Vorstandssitzung

Freie Werbefläche