Freitag, 17 August 2018

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Elsa-Brändström-Straße

Mit der Elsa-Brändström- Straße erinnert der Nürnberger Westen an eine weitere bedeutende historische Persönlichkeit. Geboren Ende des 19. Jahrhunderts, beschloss Elsa Brändström schon sehr früh, ihr Leben wohltätigen Zwecken zu widmen. Über das Leben und Wirken des „Engels von Sibirien“, wie sie insbesondere in den russischen Gefangenenlagern in Sibirien bezeichnet wurde.

 

Elsa-Brändström-Straße. Sicht aus der Rothenburger Straße

Elsa-Brändström-Straße. Sicht aus der Rothenburger Straße ©Foto: privat

 

Stationen in Russland, Schweden und Deutschland


Elsa Brändström erblickt am 26. März 1888 in St. Petersburg als Tochter des schwedischen Militärattachés Edvard Brändström und Anna Eschelsson das Licht der Welt. Als Elsa drei Jahre alt war, zieht ihre Familie nach Linköping in Schweden. Entgegen des damaligen Zeitgeistes genießt Elsa Brändström eine sehr liberal-orientierte Erziehung, insbesondere ihr Vater fördert ihre Selbstständigkeit. So zeigt sie sich schließlich auch in religiösen Fragen aufgeschlossen und selbstbewusst zugleich: Sie lässt sich erst nach einem Gespräch mit dem Domprobst konfirmieren, nachdem dieser ihr gegenüber klar betont, dass sie sich selbst frei entscheiden müsse . 1906 wird Elsas Vater zum schwedischen Gesandten in St. Petersburg ernannt, sie jedoch, als frisch gebackene Absolventin der Vorschule, beschließt mit 18 Jahren ein Lehrerinnenseminar in Stockholm zu besuchen, welches sie ebenfalls erfolgreich absolviert. So kehrt sie erst darauf zu ihren Eltern nach St. Petersburg zurück. Nur fünf Jahre später, 1913, ereilt die Familie ein schwerer Schicksalsschlag, als Elsa Brändströms Mutter stirbt. Doch ihren Willen, sich für das Gemeinwohl zu engagieren, tut auch dieses einschneidende Ereignis keinen Abbruch – so entschließt sich die junge Frau nach Ausbruch des 1. Weltkrieges sogar dazu, sich zur Krankenschwester ausbilden zu lassen. Bereits ein Jahr nach Kriegsausbruch reist Elsa Brändström für das Schwedische Rote Kreuz nach Sibirien, um sich den deutschen Kriegsgefangenen zu widmen, nachdem sie sich zuvor um verletzte russische Soldaten kümmerte. Elsa Brändström errichtet zahlreiche Hospitäler und Lazarette, organisiert Hilfsgüter wie Arznei- und Lebensmittel und rettet schon während des 1. Weltkrieges vielen Tausenden Menschen das Leben. Darüber hinaus organisiert sie zum Beispiel einen Austausch deutscher und russischer Schwerverwundeter und richtet entlang der Transsibirischen Eisenbahn Stützpunkte ein, die durch die Organisation der Selbsthilfe zu einem wichtigen Faktor im Kampf gegen Hunger, Heimweh und Krankheiten wurden. Mit ganzer Kraft tritt sie für eine Verbesserung der Internierungsbedingungen ein, besonders kämpft sie für eine Verbesserung der hygienischen Bedingungen und der Ernährung der Kriegsgefangenen. Mit der Oktoberrevolution von 1917 und der Machtergreifung durch die Bolschewiki werden die Arbeitsbedingungen für die Wohltäterin jedoch erheblich erschwert. Zwischenzeitlich wird sie sogar verhaftet, was zunächst dazu führt, dass sie zwei Jahre nach Ende des ersten Weltkrieges nach Schweden zurückkehrt. Doch ihr karitativer Wille bleibt weiterhin ungebrochen. 1922 veröffentlichte Brändström ihr Buch „Unter Kriegsgefangenen in Rußland und Sibirien“ und noch im gleichen Jahr beschließt sie, nach Deutschland zu gehen. Sie erwirbt dort mehrere Güter bzw. Immobilien, teilweise von Honoraren, und wandelt diese in Sanatorien um. Dort umsorgt Sie heimkehrende Kriegsgefangenen und Kinder verstorbener sowie traumatisierter Kriegsgefangener und das, obwohl zur selben Zeit ihr Vater starb und sie damit einen weiteren persönlichen Tiefpunkt erleiden musste.

Beherztes Wirken – ein Leben Lang


1923 macht sich Elsa Brändström auf den Weg in die USA zu einer sechsmonatigen Vortragsreise, mit dem Ziel, Spenden für ein Kinderheim zu sammeln. Mithilfe dieser Mittel errichtet sie noch im selben Jahr ein Heim für Kinder in Mittweida, Schloss Neusorge, welches sie rund zehn Jahre lang betreibt. 1925 folgt eine weitere Vortragsreise durch Schweden. Initiativen, in der 1922 gegründeten Sowjetunion karitativ tätig zu werden scheitern, da jegliche private Tätigkeiten im totalitären sozialistischen System nicht erwünscht sind. Doch auch privates Glück findet Elsa Brändström: So heiratet sie den deutschen Pädagogik- Professor Robert Ulich in Schmeckwitz- Marienborn Ende der 1920er Jahre und zieht mit ihm 1931 nach Dresden. Kurz darauf bekommt sie ihre erste Tochter Brita. Lange bleibt die Familie jedoch nicht in Dresden, denn 1933 erhält ihr Mann eine Professur an der Havard University, so dass sie in die USA emigrieren. Von dort engagiert sie sich weiter: So gründet sie unter anderem den „Windows Shop“, ein Restaurant in Cambridge, das in erster Linie als Arbeitsbeschaffungsmaßnahme für Flüchtlinge aus Deutschland und Österreich dient. Nach Kriegsende beschließt Brändström, notleidenden Menschen zu helfen. Sie organisiert erste Hilfssendungen für Menschen in Deutschland und konzentriert ihre Anstrengungen vor allem auf Kinder. Sie beabsichtigt sogar nach Deutschland zu kommen, doch die Erlaubnis zur Ausreise wird ihr zunächst verweigert. Dennoch gelingt es der Wohltäterin, die Hilfsaktivitäten zu institutionalisieren; ihrem Wirken entspringt schließlich die Organisation CARE International. Eine später geplante Reise nach Deutschland kann sie aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr antreten. Am 4. März 1948, nur wenige Wochen vor ihrem 60. Geburtstag, stirbt Elsa Brändström in Cambridge, USA, nach einem knapp anderthalbjährigen Kampf gegen den Knochenkrebs. In vielen österreichischen und deutschen Städten gibt es nach Elsa Brändström benannte Schulen, Straßen und gemeinnützige Einrichtungen, so auch in Nürnberg mit der Elsa-Brändström-Straße, die den Bürgerinnen und Bürgern den „Engel von Sibirien“ im Gedächtnis verbleiben lässt.

Terminvorschau

Jahreshauptversammlung      

Mittwoch, 25. Juli 2018, 19:00 Uhr

 

Sportheim SG Nürnberg/Fürth

Regelsbacher Straße 56, 90431 Nürnberg

 

     
 

Tagesordnung 

1. Begrüßung

2. Bericht des 1. Vorsitzenden und Erklärung

3. Bericht des Kassenverwalters

4. Bericht der Kassenrevision

5. Aussprache zu Top 2 bis 4

6. Entlastung des Vorstandes und des Kassenverwalters

7. Wahl eines Wahlvorstandes

8. Beschlussfassung über das Budget 2018

9. Beschlussfassung über Anträge

10. Verschiedenes

 

Anträge zur Jahreshauptversammlung können bis zum 22.07.2018 beim Vorstand eingereicht werden.

Nächsten Sitzungstermine

Mi Aug 29 @19:30 - 09:00PM
Arbeitsgruppe Medien
Mo Sep 10 @20:00 - 10:00PM
Vorstandssitzung

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