Samstag, 15 Dezember 2018

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Karl-Martell-Straße

In dieser Ausgabe der Westinfo möchten wir uns einer ganz besondere Persönlichkeit widmen, auf die ein Straßenname im Gebiet des Bürgervereines zurückgeht: Karl Martell, der als großer Kriegsherr das fränkische Reich konsolidierte und insbesondere als Retter des Abendlandes in die Geschichtsbücher einging.
Der Name Karl bedeutete wahrscheinlich so viel wie „Kerl” oder „Mann”. Er war der erste Träger dieses Namens in seiner Familie. Sein Beiname „Martell” stand für „der Hammer”. Allerhöchstwahrscheinlich bekam er diesen, da er dafür berüchtigt war, nicht gerade zimperlich mit seinen Feinden umzugehen.

 

Grab von Karl Martell in St. Denis/Frankreich
Grab von Karl Martell in St. Denis/Frankreich ©Foto: J. Patrick Fischer


Vom Verstoßenen zum großen Strategen

Karl Martell wird um das Jahr 688 n. Chr. als Sohn des merowingischen Hausmeiers Pippin des Mittleren aus der Familie der Arnulfinger bzw. der späteren Karolinger und Chalpaida, einer von Pippins Frauen, geboren. Das Amt des Hausmeiers ist zu jener Zeit mit zahlreichen Rechten und Privilegien verbunden, es zählt zu den Ämtern des frühmittelalterlichen Hofes und ermöglicht seinen Trägern maßgebliche politische Einflussnahme zu Zeiten des Merowingerreiches. Weil Karl Martell jedoch aus einer, zu damaligen Zeiten nicht vollgültigen Ehe stammt, schließt sein Vater ihn vom Hausmeieramt und damit von seiner Nachfolge aus. Zwar sterben Pippins Söhne Drogo und Grimoald der Jüngere bereits sehr früh. Doch auch als Pippin Ende 714 selbst schwer erkrankt, überredet seine Frau Plektrud ihn noch dazu, seine Nachfolge an jemand anderen als Martell zu übergeben. Daraufhin wird Karl sogar in Köln festgesetzt, doch gelingt ihm schließlich die Flucht.
Nach und nach wendet sich das Blatt jedoch zu Martells Gunsten. Denn 715 kommt es zu kriegerischen Auseinandersetzungen, in denen die Anhänger Plektruds durch einen Aufstand der neustrischen Adligen vernichtend geschlagen werden. Diese setzen schließlich Raganfrid als Hausmeier ein. Außerdem nutzten sie die Schwäche der Austrier und ziehen plündernd durchs Land. Karl Martell gelingt es, diese Konfliktsituation für sich zu nutzen. Er stellt sich im Kampf der Austrier gegen die Neustrier als rechtmäßiger Anführer und Erbe Pippins dar, obwohl er in Wirklichkeit dieses Amt nicht bekleidet. Doch 717 erringt er die Oberhand und hat nun genug Macht, um seine Stiefmutter Plektrud unter Druck zu setzen und sie zur Anerkennung seiner Rechte zu bewegen. Daraufhin setzt er mit Chlothar IV. einen Gegenkönig zum inzwischen von Raganfrid bestimmten Chilperich II. ein und führt den Kampf gegen seinen Gegenspieler Rangafrid fort. Schließlich erreicht Martell die Oberhand und festigt mit seinen militärischen Erfolgen sukzessive die Einheit des fränkischen Reiches. 718 erzwingt er letztendlich die Entscheidung. Nach der Schlacht von Soissons wird Chilperich II an den siegreichen Karl Martell ausgeliefert. Raganfrids Einfluss wird damit gebrochen und ihm verbleibt nur noch sein Herrschaftskern um Anjou, das heute als ein Weingebiet in Frankreich bekannt ist. Fast jährlich startet Martell schließlich Feldzüge nach Osten und Süden, um den Einflussbereich des fränkischen Reiches auszudehnen, sodass es schließlich zu einer Macht auf dem europäischen Kontinent wird.

Retter des Abendlandes - die Schlacht von Poitiers

732 nach Christus standen nicht nur Frankenreich, sondern ganz Europa vor einer großen Bedrohung. Die aus Spanien einfallenden Mauren unter dem Kalifen von Damaskus erringen einen Sieg nach dem anderen und scheinen fast unbesiegbar zu sein. Zu jener Zeit beherrschen sie weite Teile des Nahen und Mittleren Osten sowie Nordafrika. Bereits um 711 besiegen sie die Heere der spanischen Westgoten und kämpfen sich erfolgreich in nördliche Richtung vor, bis sie 725 auch das Heer des Herzogs Eudo vernichtend schlagen. Im Oktober des Jahres 732 erscheinen schließlich rund 80.000 schwer bewaffnete arabische Soldaten südlich der Stadt Tours. Zunächst stoppt das Heer von Abd ar-Rahman, dem Feldherrn des mächtigen Kalifen von Damaskus, als es Panzerreiter seines nächsten Gegners erblickt. Als Späher dem arabischen Feldherrn mitteilen, dass der militärische Widerstand, der aus ca. 15.000 Reitern bestand, schnell überwunden sein werde, entschließt sich Abd ar-Rahman zum Angriff. Sein Gegenspieler zu jener Zeit war jedoch kein geringerer als Karl Martell.

Martells entscheidende Streitkraft bilden zum einen die schweren Reiter, die Panzer aus kleinen, schuppenförmigen Eisenplatten und einen visierlosen Helm sowie Beinschienen tragen. Im Kampf sind sie nur schwer zu verwunden. Zum anderen kann sich Martell auf sein treues Fußvolk verlassen, welches bewaffnet mit Spieß, Schwert, Schild und der „Francisca“, einer Streitaxt, hinter ihm steht. Diese war besonders gefürchtet, denn sie wird von den Kriegern mit einer daran befestigten Schnur gegen den Feind geschleudert und richtet so verheerenden Schaden auf kurze Distanz an. Einen weiteren entscheidenden Vorteil hat Martell noch: Die arabischen Soldaten gelten als sehr flink und wendig. Allerdings büßen sie 732 diesen Vorteil ein - zu viel Beute haben Sie aus ihren Raubzügen bei sich. Die Angriffe der arabischen Kavallerie kommen am Fußvolk der Franken einfach nicht vorbei. Welle um Welle prallen die Soldaten Rahmans an Martells „Soldatenmauer“ ab. Diese Situation nutzt „der Hammer“ Martell und startet seine Gegenangriffe. Er durchbricht die feindlichen Reihen, dringt bis zum arabischen Hauptlager vor und beseitigt alle, die sich ihm in den Weg stellen. Damit war die Invasion gestoppt und das arabische Heer vernichtend geschlagen. Zwar versucht eine weitere arabische Armee im Jahre 737 nochmals, Martell zu bezwingen. Doch auch dieser Versuch scheitert kläglich.

Das Erbe Martells

Karl Martells Wirken und Handeln prägte die europäische Geschichte entscheidend. Neben den innerfränkischen Auseinandersetzungen, die er entschied, und Schlachten gegen arabische Heere, aus denen er siegreich hervorging, führte Karl Martell unter anderem auch Krieg gegen die Sachsen, Friesen, Thüringer und Bajuwaren. Mit diesen Feldzügen sicherte er die Grenzen und dehnte das fränkische Territorium weiter aus. Kurz vor seinem Tod im Oktober 741 teilte Karl Martell sein Reich zwischen seinen Söhnen aus erster Ehe, Karlmann und Pippin, auf. Doch aus dem Schoße der Familie Martell sollte noch eine weitere, prominente historische Persönlichkeiten emporkommen. Kaiser Karl der Große, der Karl Martells Enkel war, übte ebenfalls großen Einfluss auf die Gestaltung der europäischen Geschichte aus

Terminvorschau

Jahreshauptversammlung      

Mittwoch, 25. Juli 2018, 19:00 Uhr

 

Sportheim SG Nürnberg/Fürth

Regelsbacher Straße 56, 90431 Nürnberg

 

     
 

Tagesordnung 

1. Begrüßung

2. Bericht des 1. Vorsitzenden und Erklärung

3. Bericht des Kassenverwalters

4. Bericht der Kassenrevision

5. Aussprache zu Top 2 bis 4

6. Entlastung des Vorstandes und des Kassenverwalters

7. Wahl eines Wahlvorstandes

8. Beschlussfassung über das Budget 2018

9. Beschlussfassung über Anträge

10. Verschiedenes

 

Anträge zur Jahreshauptversammlung können bis zum 22.07.2018 beim Vorstand eingereicht werden.

Nächsten Sitzungstermine

Mi Dez 26 @19:30 - 09:00PM
Arbeitsgruppe Medien
Mo Jan 14 @20:00 - 10:00PM
Vorstandssitzung

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