Mittwoch, 19 Dezember 2018

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Nahversorgung in den Stadtteilen


Definitionen lt. Unterlagen der Stadt Nürnberg:

      • Die „Nahversorgung im engeren Sinne“ umfasst das „Angebot von Gütern des täglichen Bedarfs, vor allem von Lebensmitteln, auch von Dienstleistungen, das zentral gelegen und fußläufig zu erreichen ist“. Üblicherweise geht man dabei von einer Entfernung von 500 Metern aus.

 

      • Zur „Nahversorgung im weiteren Sinne“ gehört ein „umfassendes langfristigem Bedarfsbereich, aber auch von öffentlichen und privaten Dienstleistungen (Bank, Post, Gastronomie, Schulen, medizinische Versorgung, Kultur etc.)“

Die weitere Definition umfasst damit alle Aspekte, die der Bevölkerung die gleichberechtigte Teilhabe am wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Leben in leicht überwindbarer Entfernung vom Wohnort ermöglichen sollen. Damit ist die Bereitstellung einer ausreichenden Nahversorgung ein wesentlicher Aspekt bei der in Art. 72 Abs. 2 Grundgesetz geforderten „Herstellung gleichwertiger Lebensverhältnisse im Bundesgebiet“.

Güter des täglichen Bedarfs:


Eine einheitliche Definition des Begriffes „Nahversorgung“ fehlt bis heute. Nach der Nahversorgungsstudie des Bayerischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie aus dem Jahr 2011 gehören zu den Gütern des täglichen Bedarfs im Wesentlichen:

• Nahrungs- und Genussmittel (Lebensmittel, Getränke, Back-, Fleisch- und Wurstwaren, sowie Tabakwaren),
• Drogerie- und Apothekenwaren (Drogerie- und Parfümwaren, Kosmetik, Wasch- und Putzmittel, Arzneimittel).

Hier ist noch wichtig der Unterschied zwischen Supermarkt und Discounter:

Supermarkt: (Real, Kaufland, Marktkauf, Edeka-Center oder REWE etc.)
Durchschnittliche Anzahl der Artikel über 10.000
Discounter: (Aldi, Norma, Lidl, Netto etc.)
Durchschnittliche Anzahl der Artikel über 1.400

Sie erkennen hier schon einen deutlichen Unterschied der Warenvielfalt aufgrund der Gesamtzahl der Artikel, die von den einzelnen Märkten angeboten werden (Anm. der Red.).

Ein Blick in die Vergangenheit!


Viele Bürgerinnen und Bürger, die seit Jahrzehnten in unserem Bürgervereinsgebiet leben, werden sich noch an die Vielzahl der kleinen und mittleren Geschäfte erinnern, die sich zum Teil mitten im Wohngebiet befanden. Wir möchten hier einiges aufzeigen, ohne den Anspruch zu erheben, alles zu wissen.

Beginnen wir in Leyh und Gaismannshof. Dort gab es Geschäfte für Lebensmittel, Bäckereien, Metzgereien sowie Milch- und Käseläden (werden im fortlaufenden Text als Milchladen bezeichnet. Anm. der Red.).
Gegenüber der Erlöserkirche gab es den Lebensmittelladen (heute Pizzeria) der Familie Hofmann, ein zweiter Laden war in der Neustädter Straße, kurz nach der Einmündung in die Siegelsdorfer Straße. Der eine Laden wurde kurze Zeit vom Sohn weitergeführt, der sich dann aber unternehmerisch umorientierte und die Firma „Zelte Hofmann“ gründete. Auch die Tochter und der Schwiegersohn haben den kleinen Betrieb in der Neustädter Straße weiter entwickelt. Aus diesem Laden entstand die Cateringfirma „Lehrieder“.
Gegenüber der Haupteinfahrt des Großmarktes gab es den Lebensmittel-, sowie Milchladen der Familie Mielsch. In diesem Anbau an das Siedlungshaus war auch eine Metzgerei untergebracht. Später wurden diese Anbauten abgerissen und ein kleiner Supermarkt gebaut. In dieser Halle ist heute die Firma „Getränke-Thiel“.
Die Bäckerei Weber finden wir bis zum heutigen Tag in der Siegelsdorfer Straße.
Neben dem Bunker in der Leyher Straße war ein kleines Siedlungshaus (vor einigen Jahren abgerissen) mit einem Milchladen.

An der Ecke Burgfarrnbacher und Puschendorfer Straße befindet sich ein kleines ebenerdiges Haus mit großen Fenstern, hier war ein kleines VeGe-Geschäft für Lebensmittel.
In Richtung Seebacher Straße erinnern wir uns an den Betrieb von Schuhmachermeister Gerolf Rupp.
In der Seebacher Straße befand sich ein kleiner Süßwarenladen, an der Ecke Dechsendorfer Straße existierte die Metzgerei Keil, weiter vorne, wo heute die kleine Wäscherei ist, war ebenfalls eine kleine Verkaufsstätte für Waren des täglichen Bedarfs und direkt gegenüber der Einmündung der Seebacher in die Herzogenauracher Straße erinnert man sich an das Milchgeschäft Gissibl.
Später gab es dann an der östlichen Ecke Seebacher und Dechsendorfer Straße eine kleine Edeka-Halle, die aber vor Jahren geschlossen und abgerissen wurde.
In der Frühlingsstraße bestand ebenfalls eine Bäckerei.
Ecke Leyher und Dottenheimer Straße, jeder kannte das kleine Kaufhaus (Lottoladen) von Herrn Schütz, ist vormals das Lebensmittelgeschäft von Frau Frosch gewesen.
Am Ende der Dottenheimer Straße befand sich der Groß- und Einzelhandel von Süßwaren Stark.
Die Gaismannshofstraße war ein richtiges Einkaufsparadies. Beginnend mit dem Milchladen Dietrich und der Metzgerei Brunner (später kleiner Supermarkt, heute Laden für Süsswasseraquaristik), die Bäckerei Beck und des Kolonialwarengeschäft Meinetsberger. Es gab die Drogerie Scholz und das kleine Geschäft von Frau Nagengast. In der Gaststätte „Zur grünen Flur“ wurde regelmäßig an Donnerstagen Schlachtschüssel angeboten. Die „Metzelsuppe“ holten sich die Leute im Topf oder in einer Milchkanne direkt aus der Wurstküche.
Bei den bäuerlichen Betrieben der Familien Kleinlein (heute Gemüsebau Beck) und Zucker konnte man jeweils jahreszeitlich, Gemüse, Kartoffeln und Sauerkraut erwerben.


Unvergessen ist die Metzgerei Besold in Höfen mit ihren guten Bratwürsten, gegenüber dem alten Schulhaus.
Die Metzgerei „Weinländer“ in Kleinreuth bei Schweinau gehörte damals zum Gasthof. Aber auch hier waren noch die Bäckerei Ammerndörfer in der Buttendorfer Straße und ein kleiner Edeka-Laden in der Rothenburger Straße vorhanden.
In der Herbststraße in Großreuth existierte eine Bäckerei. Bis vor einigen Jahren konnte man in der Elsa-Brändström-Straße die Wäscherei und den Lebensmittelladen der Familie Ziegler finden.
Für die Gagfah-Siedlung ebenfalls wichtig, das Lebensmittelgeschäft der Familie Finster (heute Fahrschule Finster), die Bäckerei Wittmann und die Metzgerei Meiler an der Rothenburger Straße. An der Ecke zur Leubelfingstraße befand sich unseres Wissens vor Jahrzehnten ein kleiner „Konsum“-Laden (heute Bestattungsinstitut).
Die Von-der-Tann-Straße ist heute noch mit zahlreichen Geschäften als Einkaufsziel vorhanden. Hier gab es die Filiale der Bäckerei Nachtrab aus St. Leonhard (heute Back.Bude) und die Metzgerei Wunder (heute Filiale einer auswärtigen Metzgerei).
Diese Aufzählung ist bestimmt nicht vollzählig, aber sie zeigt den Wandel in der Struktur des Handels und vor allem den Wechsel des Einkaufsverhaltens der Bevölkerung auf. 


Die Discounter und die Supermärkte haben vieles verändert. Aber die größte Veränderung brachte das Kraftfahrzeug. Man hat sich daran gewöhnt, mit dem KFZ zum Einkaufszentrum zu fahren und den Einkauf für mehrere Tage oder die ganze Woche dort zu tätigen. Viele Menschen können sich nicht mehr vorstellen, dass man den gesamten Einkauf zu Fuß oder per Fahrrad erledigte. Die Milch wurde aus großen Kannen mit dem Schöpfmaß in Henkelkannen mit Deckel abgefüllt. Hier hat der Fortschritt der Verpackungsindustrie, vor allem die Erfindung von Tetrapack, einiges grundlegend verändert. Es wuchs allerdings auch die Müllmenge.

Welche Einkaufsmöglichkeiten gibt es heute noch?


Von all den alteingesessenen Familienbetrieben zur Versorgung mit Lebensmitteln bestehen in ungebrochener Tradition nur noch die Bäckerei Weber und die Metzgerei Meiler.
Neu hinzugekommen ist der große Bio-Markt der Familie Zucker in der Lehrberger Straße, ein wichtiger Betrieb für die Nahversorgung in unserem Bürgervereinsgebiet mit einer großen Warenvielfalt. Direkt daneben ist der Hofladen von Gemüsebau Beck.
Ebenfalls bestehen seit einigen Jahren die Metzgerei und der Imbiss der Firma Wahler direkt an der Einfahrt des Großmarktes in der Leyher Straße.
Zu den Imbiss-Betrieben der Familie Kerscher in der Sigmundstraße und vor dem Real-Markt gehen viele Menschen aus dem Gebiet zum Mittagessen, wenn sie ein günstiges und reichhaltiges Gericht haben möchten.
In Großreuth bei Schweinau, Alte Wallensteinstraße, ist der saisonale Verkauf von Gemüse aus eigenem Anbau, der Familie Neubauer zu finden.


Weitere Metzgereien sind an der Von-der-Tann-Straße (Grötsch aus Ellingen), in der Rothenburger Straße (Metzgerei Weinländer aus Dietenhofen-Leonrod) und im Fränky-Getränkemarkt in der Leyher Straße zu finden.
Viele Bürgerinnen und Bürger aus Kleinreuth fahren mit dem Rad oder gehen zu Fuß in den Real-Markt. In Leyh ist der große Edeka-Markt in der Waldstraße in Fürth fußläufig zu erreichen. Viele Bewohner aus der Siedlung in Leyh kaufen im Admira-Center (Kaufland etc.) und bei Aldi in der Adam-Klein-Straße ein. Märkte von Discountern sind die Norma an der Sigmundstraße und im Tillypark sowie der Lidl-Markt am Sankt-Gallen-Ring. In der Geissee- und Konstanzenstraße haben sich Aldi, Netto, Drogeriemarkt Müller bzw. dm-Markt und ein großer Rewe-Markt angesiedelt.
Bäckereifilialen finden sich im Tillypark (Greller), im Village (Kalchreuther Bäcker) sowie am U-Bahnhof Gustav-Adolf-Straße (Der Beck, Entner und Back-Bude). Für die Versorgung mit Arzneimitteln sind vor allem die MEDICON-Apotheke in der Wallensteinstraße und die Maximilians-Apotheke in der Fürther Straße von Bedeutung. Beides Betriebe die seit Generationen im Eigentum jeweils einer Familie sind.

Wie wird die Zukunft der Nahversorgung in unserem Gebiet aussehen?


Nun es kommt vor allem auf das Einkaufsverhalten von uns allen an. Denn wir werden immer wieder mit Forderungen nach einem Lebensmittelmarkt an dieser oder jener Stelle konfrontiert. Aber Vorsicht, der Neubau eines Unternehmens an der einen Stelle, kann das Ende eines oder mehrerer Unternehmen an einer anderen Stelle bedeuten.
Vor Jahren war ein kleiner Spar-Markt an der Wallensteinstraße zu finden. Mit Bau des U-Bahnhofes Gustav-Adolf-Straße wurde dieses Geschäft geschlossen, denn es befand sich mitten in der Baustelle. Es gab damals ein paar Anrufe bei uns, von Leuten, die sich über diese Schließung beschwerten. Wir führten auch Gespräche mit der Bezirksvertretung der Firma Edeka. Es gab aber nie eine Initiative aus der Bevölkerung, dass hier wieder ein kleiner Supermarkt sein sollte. Es verschwand auf diesem Platz auch die Filiale von Norma-Rodi. Und dies bei einer dichten Bebauung rund herum. Schön wäre, wenn sich am Platz der ehemaligen Wendeschleife der Straßenbahn, nach Ende der Zeit als Busbahnhof, ein kleiner Wochenmarkt etablieren könnte
Die Siedlung Leyh zwischen Ringbahn und Jansenbrücke, bzw. Leyher Straße und Frankenschnellweg hat, außer der Bäckerei Weber, kein Geschäft für die Nahversorgung mehr. Es gibt aber seit einigen Jahren in der Leyher Straße die Metzgerei Wahler und in Gaismannshof den Bio-Markt mit seinem sehr breiten Warenangebot. Aber die Kundenfrequenz, gerade aus der Siedlung, ist sehr dürftig. Vor Jahren gab es einen kleinen Supermarkt (Edeka/Delta) an der Ecke Dechsendorfer und Seebacher Straße. Dieser Laden war nicht rentabel und wurde geschlossen.  
Nun wird von Mitbürgern immer wieder die Forderung aufgestellt, wenn die Fläche der Kartonax bebaut wird, dort einen Markt für Lebensmittel unterzubringen. Die Größenvorstellungen schwanken allerdings zwischen Real-Markt und dem eben angesprochenen Edeka-Geschäft. Aber was würde dies für die bestehenden Betriebe bedeuten? Sollte der Markt zu groß werden, wird der KFZ-Verkehr zunehmen. Sollte die Filiale eines Kettenbäckers an dieser Stelle eröffnen, könnte es das Aus für die Bäckerei Weber bedeuten. Auch die Kundenfrequenz im Bio-Markt wäre sicher betroffen. Aber könnte dieser Markt auf Dauer bestehen? Eher nicht, denn es müsste sich das Käuferverhalten der gesamten Umgebung ändern. Man sollte den gesamten Einkauf vor Ort tätigen und erst was man hier nicht erwerben kann, als Wochen- oder Monatseinkauf im großen Supermarkt holen. Die Siedlung hat gegenüber anderen Wohngebieten relativ wenig Einwohner. Nur von dem, was man beim Wocheneinkauf im großen Markt vergessen hat und vom Einkauf der älteren Generation wird sich ein solcher Betrieb nicht rentieren. Man muss hier sehr vorsichtig abwägen, wenn dieser neue Standort für die Schließung bestehender Betriebe sorgt und dann nach wenigen Jahren selbst schließt, bleibt eine große Versorgungslücke.

Hier sollten wir gemeinsam ins Gespräch kommen, schreiben Sie uns Ihre Vorstellungen!
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